Grundeinkommen – eine neue Lebensweise?
“Ein Bedingungsloses Grundeinkommen ist ein sozialpolitisches Finanztransfermodell, in dem jeder Bürger vom Staat eine gesetzlich festgelegte und für jeden Bürger gleiche finanzielle Zuwendung (Transferleistung) erhält, für die keine Gegenleistung erbracht werden muss. Prinzipiell identisch zum „Bürgergeld“ wird das Grundeinkommen jedoch meist in einer Höhe diskutiert, in der es bereits ohne weitere Einkommen oder bedingte Sozialhilfe existenzsichernd wäre…
Das bedingungslose Grundeinkommen stellt ein Einkommen für alle dar, das eine Grundlage zur Sicherung der Existenz und gesellschaftlichen Teilhabe darstellen soll, ohne dass eine sozialadministrative Bedürftigkeitsprüfung erfolgt und ohne dass eine Bereitschaft zur Arbeit gefordert wird.”(Wikipedia)
Eine Illusion? Ein schöner Traum? Wäre doch toll, wenn jeder 1.500 € monatlich als Grundgehalt bekäme und Kinder die Hälfte. Gleich kommen Fragen “Wer soll denn das bezahlen?” oder “Dann geht doch keiner mehr arbeiten…”. Für die meisten von uns ist das Grundeinkommen zur Zeit einfach noch unvorstellbar.
Aber es steckt mehr hinter der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle. Unsere heutige Form der Arbeit verbunden mit dem Einkommen, das wir dafür erhalten, würde sich grundlegend ändern.
Schon 1844 sprach Karl Marx in seinen ökonomisch-philosophischen Manuskripten von der “entfremdeten Arbeit”: der Mensch im Kapitalismus produziert Waren mit seiner Arbeitskraft, die ihm genauso wie das Produzierte nicht gehören. Er verkauft seine Arbeitskraft an einen anderen, der darüber verfügt. Der Mensch schafft nicht für sich selbst, sondern ist in einem Prozess eingebunden, der sich von ihm selbst entfremdet. Folglich wird die Arbeit auch überwiegend als Belastung empfunden und dient nur zum Lebensunterhalt. Wer keine Arbeit hat, kann auch seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten und ist auf soziale Hilfe des Staates angewiesen. Und diese sozialen Hilfen mussten im Laufe der Geschichte von den Menschen erst mühsam erkämpft werden…
Bei einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle, würde diese Entfremdung weitgehend aufgehoben, der Mensch erhielte seine Würde zurück.
Seit Beginn der industriellen Revolution gab es im 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch einmal wesentliche Produktivitätssteigerungen, was zu leistungsfähigeren Volkswirtschaften und zu einem höheren Lebensstandard ihrer Bevölkerungen geführt hat. Die Produktivität mit dem zunehmendem Wohlstand in unserer Gesellschaft führt aber auch in unseren Volkswirtschaften mit gesättigten Märkten zu struktureller Arbeitslosigkeit und zu einer ‚Befreiung des Menschen von der Arbeit’. Dabei kommt es zwar zu einer immer besseren Versorgung der Menschen mit Gütern und Dienstleistungen mit immer geringerem Arbeitsniveau, jedoch haben Gesellschaften mit gesättigten Volkswirtschaften noch nicht gelernt, damit umzugehen und beklagen deshalb die zunehmende Arbeitslosigkeit, ohne die darin liegenden Chancen zu erkennen.
Dabei erscheinen die Folgen des technischen Fortschritts jedoch paradox: trotz gestiegener Produktions- und Versorgungsfähigkeit nehmen Armut und soziale Ungleichheit zu. Erwerbsarbeit wird zunehmend einkommenslos – die ökonomische Entwertung der Arbeit -, gleichzeitig werden Einkommen in Form steigender Kapitalerträge zunehmend ohne Arbeit erzielt.
Die Politik reagiert immer wieder mit derselben Formel: es sollen mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, was aber mit enormen Kosten verbunden ist. Und auch die Kosten der sozialen Ungleichheit wie ihrer Verwaltung und die Zerstörung von Leistungsbereitschaft nehmen weiter zu.
Mit einem allgemeinen Grundeinkommen würden die Bürger unseres Landes enorme Freiraumzuwächse für von ihnen selbst gewählte Tätigkeiten erhalten. Mit der ergänzenden Umstellung des Steuersystems – von der Einkommens- und Ertragsbesteuerung hin zur Konsumbesteuerung – würden Leistungsentfaltung und Arbeit nicht mehr belastet.
Kritik an diesem Modell des Grundeinkommens kommen sowohl aus dem konservativen wie linken Lager. Menschen könnten „sich endgültig aus der Arbeitsgesellschaft zurückziehen”. Von „Stilllegungsprämie“ wird gemunkelt. Die Grünen sind eher beim Arbeitslosengeld II für den Verzicht auf jegliche finanziellen Sanktionen, die dazu führen, dass das Einkommen unterhalb des Existenzsicherungsniveaus sinkt. Die Linksfraktion im Bundestag hat sich für das Modell der bedarfsorientierten Grundsicherung entschieden. Aber auch einzelne Abgeordnete , wie z.B. Katja Kipping, halten weiterhin am Bedingungslosen Grundeinkommen fest.
Nun gut – versuchen wir uns, von unseren Vorurteilen beim Thema Grundeinkommen, die oft auf Neid, Hass und Gier beruhen, zu befreien und schauen wir uns unvoreingenommen einen Film von den Schweizer Autoren Daniel Häni und Enno Schmidt an, der auch auf die Bezahlbarkeit eines solchen gesellschaftlichen Modellvorschlags eingeht.
Hier der Trailer (7 Minuten):
eingebunden mit Embedded Video
In aller Ausführlichkeit (100 Minuten) lässt sich der von Häni und Schmidt produzierte Film hier anschauen (ich finde, es lohnt sich, den vollen Film anzuschauen :
Kulturimpuls – Grundeinkommen, ein Filmessay von Daniel Häni und Enno Schmidt
Dieser Film lässt sich auch problemlos downloaden, auf DVD brennen und mit Designcover und Inlet erstellen.
Ich denke, dieser Film kann uns anregen, neu über unsere zukünftigen Lebensformen nachzudenken und durch die dann neuen Möglichkeiten der freigesetzten Initiativen könnten ein großer Gewinn für unsere Gesellschaft der Zukunft sein.
Hier mal ein Beispiel aus Namibia – Grundeinkommen gegen Armut und Krankheit:
eingebunden mit Embedded Video
PS: Übrigens… Die erfolgreichste E-Petition im Bundestag war die Petition für Grundeinkommen für alle mit 50.000 Stimmen… Artikel
Hoffend auf eine angeregte Diskussion und neuen visionären Impulsen…
CIAO Hans
Tags: Alternative, Grundeinkommen



Hallo Hans,
passend dazu: Praxistest für Grundeinkommen. (via @suat_ Liebe Grüße!
Es lässt mich nicht los die Idee des #grundeinkommen s http://www.hanskottke.de/wordpress/?p=200