Antikriegstag des Friedensbündnisses in Braunschweig…
Gestern wurde im Rahmen des Antikriegstages stellvertretend für alle Kriegsopfer der Menschen, die heute vor einem Jahr in der afghanischen Provinz Kundus einer Völkerrecht und Menschenrechte missachtenden Militärmaschinerie zum Opfer gefallen sind, gedacht. Ich war mit der Kamera dabei…
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Aus dem verteilten Flugblatt:
“Bei dem durch einen von der deutschen Bundeswehr veranlassten Bombenangriff auf zwei von Taliban geraubte Tanklastzüge wurden 140 Menschen, darunter Kinder und Jugendliche, ermordet. Dadurch ist deutlich geworden, was für viele bis dahin nur eine böse Ahnung schien: dass Deutschland im Krieg ist und das Geschehen im Kundus einen grausamen Teil des Kriegsalltags gegen die Zivilbevölkerung in Afghanistan darstellt. Der Oberst, der den Befehl zum so genannten Tanklasterangriff gegeben hatte, ist seit voriger Woche rehabilitiert, nachdem die Bundeswehr angekündigt hat, kein Disziplinarverfahren gegen ihn einleiten zu wollen. Mindestens beschämend für ein Land, in dem die Einhaltung der Menschenrechte garantiert wird; heißt es doch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (Artikel 1, Absatz 2): |
Die Forderungen des Friedensbündnisses:
Die dadurch freiwerdenden Milliarden Militärausgaben werden im Bildungs- und Sozialhaushalt dringend benötigt.
Spätestens heute, wo Kriege mehr und mehr auch zur Massenvernichtung an Zivilisten geworden sind, wird es Zeit, den KRIEG als Mittel der Politik zu verdammen!
Dem kann ich mich voll und ganz anschließen…
CIAO Hans
Gedenken an den Atombombenabwurf über Hiroshima/Nagasaki…
Auch nach 65 Jahren ist es ein Gebot der Stunde, an die Ereignisse des Augustmonats im Jahre 1945 zu erinnern. Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki haben die Welt grundlegend verändert. Die Menschheit hat versucht, die Kraft der Sonne für ihre Zwecke einzusetzen – und das in der zerstörerichsten Art. Seit dem 6. August 1945 schwebt ein Damoklesschwert über der Menschheit.
Doch statt aus dem Elend der unbezähmbaren Kraft der Atomenergie zu lernen, haben immer mehr Staaten auf diese Kraft gebaut. Arsenale der Vernichtung wurden angelegt, mit dem Argument der Abschreckung. Doch die Zukunft steht uns nur offen, wenn wir für eine atomwaffenfreie Welt einstehen und dieses Ziel mit all unsere Kraft zu verwirklichen suchen. Möglichkeiten gibt es, wir müssen sie nur ergreifen… (Beispiel: Aktion – “unsere Zukunft – atomwaffenfrei”)
Als ich mir nochmals bei Wikipedia die Ereignisse nachlas, fielen mir ein paar Zeilen ein:
Achtuhrfünfzehn schlug die Stunde
Da gab Tibbets Abwurf frei
Und Hiroshima ging voll zugrunde
Sein Bomber hieß Enola Gay.
Er nannte ihn nach seiner Mutter
Und die Bombe “Little Boy”
Er meinte noch, er wär ein Guter,
Und er warf sie ohne Scheu.
Nach dem Blitz die Sturmeswelle
Feuer von Millionen Grad
Schatten blieben nur an Mauerstelle
Und atomar war auch die Saat.
Viele Mütter unten – die Verletzten
Weinten ums verbrannte Kind
Deren Haut hing nur in Fetzen
Und der Tod – er kam geschwind.
Das Blut – es quoll aus allen Poren
Niemand war davor gefeit
Das Leben so sie schnell verloren
Hilfe stand nicht mehr bereit.
Mahnung sei uns all dies Elend
Menschheit gibts nur ohn Atom
Stoppt die Bombe – macht ein Ende
Bombenfrei – das sei der Lohn!
PS: Eine kleine Kindergeschichte zu Atomversuchen findet ihr hier – GAIA – Planet der Pilze
CIAO Hans
Jugendliche engagieren sich gegen Atomwaffen…
Gestern besuchte ich eine Veranstaltung des Friedenszentrums Braunschweig e.V., auf der die 19 jährige Nina Eisenhardt einen Einblick in die Friedensarbeit mit Jugendlichen gab. Sie selbst war schon mit 13 Jahren durch ihren Vater zu der Bewegung gegen die Atomwaffen weltweit gestoßen. Engagiert und mit sehr viel Hintergrundwissen referierte sie, wie auch Jugendliche für die Friedensarbeit gewonnen werden können.
Nina arbeitet im Netzwerk BANg (Ban All Nukes Generation – European Youth Network für nukleare Abrüstung), welches der Jugend einen Raum zur Entwicklung und Umsetzung ihrer eigene Strategie für den Frieden und atomare Abrüstung in Europa und in der Welt bieten möchte. BANg ist auch ein Marktplatz vieler Ideen und Erfahrungen, Tricks und Informationen. BANg hat jetzt über 100 Mitglieder aus verschiedenen Organisationen in einem Dutzend Ländern (z.B. bang-USA, Japan,…).
Besonders am Herzen lag Nina, uns über die politischen Diskussionen um den Atomwaffensperrvertrag (Nichtverbreitungsvertrag), der schon seit 40 Jahren besteht und 2010 neu überarbeitet werden soll, zu informieren. Sie konnte uns die Streitereien der verschiedenen Staaten zu diesem Vertrag sehr anschaulich schildern. So scheiterte die letzte Konferenz 2005 in New York – unter anderem, weil die USA jegliche Gespräche über Abrüstung blockierten. Auch andere Staaten vertreten vor allem ihre eigenen Interessen.
Nina und andere Jugendliche können an diesen Konferenzen neben anderen Nirchtregierungsorganistionen (NGOs) teilnehmen und somit ein wenig Transparenz schaffen. Nina ist in den letzten Jahren dabei weit herumgereist: UNO in New York, Action Camp in Büchel (Deutschland), NVV-Vorbereitungsausschuss in Genf, Demonstrationen und Blockaden in Schottland und Frankreich, NVV-Vorbereitungsausschuss in Wien, Besuch in Hiroshima und mehr. Unterstützung auf den Reisen bekommt sie nur wenig: durch die IPPNW, die IPPNW-Studentenorganisation oder durch Ican (International campaign to abolish nuclear weapons).
Besonders geprägt während ihrer Arbeit haben sie die Gespräche mit den Atombombenopfern in Hiroshima, den Hibakusha. Die Gespräche mit diesen Überlebenden haben sie tief beeindruckt.
Um Jugendliche für die Friedensarbeit zu gewinnen, darf man ihnen ihre Aktionen nicht vorschreiben – sie brauchen den Freiraum, den sie sich wünschen, um ihre Aktionen selber zu gestalten. Nach einer anfänglichen Information über die Wirkungen einer Atombombe, sollten sie sich selber weiter informieren (z.B. in einer Veranstaltung) und erst nach geraumer Zeit kommt es dann vielleicht auch zu eigenem Engagement.
Mir hat der Abend gezeigt: auch Jugendliche sind für die Friedensarbeit zu gewinnen…
Übrigens: am 5.Juni gibt es einen Aktionstag gegen Atomwaffen!
PS: hier ein kleines Programm für Kinder gegen Atomversuche
CIAO Hans
Rüstungsgeschäfte: Deutsche Waffen in Krisengebieten…
Zu diesem Thema referierte gestern Jürgen Grässlin auf einer Veranstaltung des Friedenszentrums Braunschweig e.V.. Jürgen Grässlin ist Bundesprecher mehrerer Friedensorganisationen, Buchautor und Lehrer. Er ist Rüstungsexperte und beschäftigt sich vor allem mit dem Einsatz von Waffen in Krisengebieten, besonders in Türkisch-Kurdistan und Somalia.
In einem Interview mit dem SWR beschreibt er und die Geschäfte mit der tödlichen Technik. Beim Rüstungsgeschäft prallen Wirtschaftsinteressen und moralische Fragen hart aufeinander. Da das Interview einen guten Einstieg in die Problematik der Rüstungsexporte in Krisengebiete gibt, hier das Interview:
Deutschland hat es auf den dritten Platz der Rüstungsexporteure weltweit geschafft. Ich habe die Situation mal in einer Grafik dargestellt:
In dem Dokumentarfilm “Allein gegen die Waffenindustrie – Der Kampf des Jürgen Grässlin” (von Katja Duregger) wird die Arbeit des Friedensaktivisten dargestellt. Auf obiger Veranstaltung meinte er, der Film müsse eigentlich “Gemeinsam gegen die Waffenindustrie” heißen…
Mich hat dieser Film über die Rüstungsindustrie sehr berührt und ich hoffe, auch der ein oder andere wird ein wenig wach gerüttelt! Es lohnt sich das Ansehen!
Hier eine Tabelle über die Todesursache von Kriegsopfern:

Die laufenden Aktionen, an denen Jürgen Grässlin z.Zt. beteiligt ist:
Beteiligen kann man sich über das Internet oder durch die direkte Kontaktaufnahme j.graesslin@gmx.de
Weitere Links: RüstungsInformationsBüro (RIB e.V.), Deutsche Friedensgesellschaft VK, Friedensratschlag, Daimler/EADS
CIAO Hans
Ostermarsch 2010 in Braunschweig…
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Am Ostersamstag fand auch in Braunschweig wieder ein Ostermarsch statt – in Form einer Fahrraddemonstration und einer Kundgebung. Es war noch recht kühl, aber die Sonne schien und es war damit gutes Wetter für die Aktion. Seit 50 Jahren finden diese Ostermärsche statt, 50 Jahre gegen Atomwaffen und Kriege. In Braunschweig stand der Ostermarsch dieses Jahr unter den Losungen - Atomwaffen abschaffen! |
Ich hatte meinen Fotoapparat und meine Videokamera dabei und nahm die Aktion zur Dokumentation auf. Die anfänglichen Worte von Frieder Schöbel, Mitglied des Friedenszentrums Braunschweig e.V., über die Geschichte der Ostermärsche auch in Braunschweig fand ich sehr interessant. Ja, er ist schon ein alter Hase der Friedensbewegung.
Die Fahrradtour durch Braunschweigs Innenstadt mit den vielen Plakaten und Friedensfahnen war sehr bunt und lebendig. Ich wäre ja mitgefahren, aber nun stand ich hinter meiner Videokamera…
Auf der Abschlusskundgebung sprach Pastor Albrecht Fay über die Situation in Afghanistan und Obamas neue Impulse in der Weltpolitik. Dabei sah er Obama durchaus kritisch. Marion Krüger, Teilnehmerin des Gaza-Friedensmarsches 2010, berichtete über die Lage der Palästinenser im Gaza-Streifen. Sie sprach als Mutter von Kindern und ihre Worte haben mich sehr bewegt. Zum Schluss stellte Bernd von der Bürgerinitiative Waggum die Bedenken der Bürger gegen den Ausbau des Braunschweiger Flughafens dar. Auch in seinem Beitrag ging es um Frieden, keine Militärforschung in Braunschweig…
Hier die zwei Videos, die ich aufgenommen habe (Abschlusskundgebung leicht gekürzt, da YouTube nur 10 Minuten zulässt).
CIAO Hans



