Zur Situation der weltweiten Gesundheitsversorgung…

Gesundheit ist ein Grundrecht des Menschen, unverzichtbar für die Ausübung anderer Menschenrechte. Für jeden Menschen ist der Erhalt des höchsten erreichbaren Standards der Gesundheit förderlich, die ihm für ein Leben in Würde zusteht. Die Verwirklichung des Rechts auf Gesundheit kann durch zahlreiche, sich ergänzende Ansätze, wie die Formulierung der Gesundheitspolitik, oder die Durchführung von Gesundheitsprogrammen durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO), verfolgt werden…“(article 12 of the International Covenant on Economic, Social and Cultural Rights)

Da ich täglicher Leser der Tageszeitung (TAZ) bin, erhalte ich auch die Monatsbeilage von Le Monde diplomatique. Darin fand sich in der letzten Ausgabe ein sehr interessanter Artikel: Gesundheit und ein langes Leben (von Martine Bulard). Aus diesem Artikel möchte ich nur einige Fakten aufführen…

Die erste gesetzliche Krankenversicherung wurde im deutschen Kaiserreich 1883 eingeführt, damit der “Soldat der Arbeit” im Krankheitsfall versorgt war. Sozialen Unruhen sollte damit vorgebeugt werden. Zugleich erließ Bismarck die “Sozialistengesetze”, womit die Sozialdemokratie verboten wurde.

In der Satzung der 1948 gegründeten WHO (World Health Organization) wird erstmals das “Recht auf Gesundheit” festgeschrieben. Doch wie sieht es mit diesem Recht auf Gesundheit in der Welt aus?
Wie lässt sich Gesundheit organisieren?

In Deutschland schreitet die Privatisierung der Krankenhäuser immer weiter voran und man ist gerade dabei, das Prinzip der Solidarprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung abzuschaffen. So fordert der FDP-Gesundheitsminister einen Systemwechsel hin zu einer Kopfpauschale.

In den USA hat man sich bisher vehement gegen einen staatlichen Eingriff in das Gesundheitssystems gewehrt, der privaten Krankenversicherung wurde immer der Vorrang gegeben. Als Obama Präsident wurde, nannte er die Gesundheitsreform als eines seiner wichtigsten Ziele. Gestern nun hat Obama seine Reform im Repräsentantenhaus durchgesetzt: 32 Millionen bislang unversicherte Amerikaner sollen eine Absicherung im Krankheitsfall bekommen. Bisher war das US-Gesundheitssystem bekannt für sein regelmäßiges Versagen: außerhalb eines Unternehmens gab es keinen Anspruch auf Versorgungsleistungen, und trotzdem war das amerikanische Gesundheitssystem eines der teuersten der Welt! So gaben die Einwohner der Vereinigten Staaten 2007 pro Kopf 7287 $ für das Gesundheitssystem aus, das ist rund doppelt so viel wie in Deutschland (3512 Int. $)(wikipedia).

Zwei gegenläufige Entwicklungen: die einen wollen privatisieren, die anderen wollen mehr staatliche Versorgung.

Doch steigt auch der Gesundheitszustand und die Lebenserwartung der Bevölkerung durch die Mehrausgabe von Finanzmitteln?


©Le Monde diplomatique
Weit gefehlt!

Die durchschnittliche Lebenserwartung der Bevölkerung der USA lag 2002 bei 69,3 Jahren!(s.wikipedia,oben). Bei den Japanern liegt sie bei 76 Jahren, bei den Franzosen bei 73 Jahren, bei den Deutschen bei 73 Jahren, bei den Schweden bei 74 Jahren oder 72 Jahre bei den Briten.(s.Artikel Le Monde diplomatique, oben)


©Le Monde diplomatique
Entgegen der Erwartung, dass die Höhe der Gesundheitsausgaben auch die Gesundheit und Lebenserwartung der Bevölkerung beeinflusst, hängt es eben auch sehr davon ab, wie die Menschen leben, arbeiten und sich ernähren! In den Ländern mit gesetzlichen Krankenkassen sind die Gesundheitsausgaben häufig niedriger (Schweden 18,3%, Japan 18,7%, Deutschland 23,1% und die USA über 50%!!!).

Also richtet nicht der Markt alles (Kosten der Arzneimittel, Leistungskataloge, Gehaltskosten usw.)!


©Le Monde diplomatique
Hier eine interessante Karte, die den öffentlichen oder privaten Anteil der Gesundheitsausgaben auf der Welt anzeigt.

©Le Monde diplomatique
Die Ungleichheiten unter den Nationen sind aber immer noch sehr deutlich. In 31 Ländern darunter Südafrika, Botswana, Gabun aber auch in Russland und der Ukraine ist die Lebenserwartung deutlich gesunken. In Sierra Leone liegt sie beispielsweise bei 35 Jahren (dabei berücksichtigen: Kriege, Katastrophen, Flüchtlingslager, Trinkwasser…)!

In Afrika und einigen Länderns Asiens sterben die meisten Menschen an Infektionskrankheiten: Malaria, Tuberkulose, Aids. Wären die Medikamente nicht so teuer und wäre eine bessere Trinkwasserversorgung möglich, könnte die Lebenserwartung deutlich erhöht werden.

In den Industrieländern sterben die meisten Menschen dagegen an Krebs-, Herz-Kreislauf-, Atemwegserkrankungen oder an Diabetes.

Mein Fazit:
Die Privatisierung der Gesundheitsversorgung ist nicht der richtige Weg!

CIAO Hans

Die Menschenrechte sollten universell gelten!

Morgen am 10.Dezember feiern wir den 61.Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Die Menschenrechte gelten als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich frei entfalten können.

Sie betreffen Kinder, Frauen und Männer, Behinderte und Flüchtlinge – Menschen in den Industrieländern wie in den Entwicklungsländern.

Keiner hat das Recht, den Begriff “Menschenrechte” für sich in Anspruch zu nehmen und es als politische Waffe gegen die Unterdrückten dieser Welt einzusetzen.

Zur Geschichte der Menschenrechte und Bezug nehmend auf den Bericht von Amnesty International zur weltweiten Lage der Menschenrechte (Report 2009) habe ich eine kleine Zusammenfassung verfasst.

Klickt einfach auf das Bild…

Die Geschichte der Menschenrechte

Die Geschichte der Menschenrechte

Wir sollten alle stets wachsam sein und für diese Menschenrechte einstehen!

Es gibt auch bei uns noch viel zu tun – z.B. die Gleichstellung der Frauen oder gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Alles aufzuführen, ergäbe eine lange Liste von den Schwulen bis zum Hunger in den ärmsten Ländern…

Wer sich engagieren möchte, schaue im Internet nach. Es gibt vielfältige Organisationen, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte stark machen.

Hier eine kleine Präsentation in Englisch:

CIAO Hans

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