Berliner CompagnieTheaterstück über Afrika

Gestern besuchte ich ein Theaterstück der Gruppe Berliner Compagnie. Thema des Stückes: “Die Weissen kommen” – Ein Theaterstück über Afrika. Über uns.

Für mich war es wie eine Zusammenfassung meiner letzten Artikel über Afrika. Das Spiel begann mit Händlern, Bänkern, Kolonisatoren und Sklavenhändlern, die Zug um Zug den schwarzen Kontinent auf ihrer Jagd nach größeren Gewinnen unterwerfen wollen. Sie kennen keine Skrupel: Diebstahl, Raub und Völkermordalles ist erlaubt

Mit einfachen Requisiten, wie Kappen mit den Länderzeichen für die Kolonisatoren (D=Deutschland, E=England, F=Frankreich, B=Belgien), boten die Spieler ein lebendiges Stück, dass uns Afrikas Geschichte näher brachte und dabei auch unsere eigene Verantwortung in diesem Prozess zeigte.

Afrika hatte schon lange vor den Weißen eine eigene Geschichte. Dann kam der Sklavenhandel mit all seinen Folgen (sehr schön fand ich die Darstellung der Menschenhändler, die bei klassischer Musik über die Sklaven wie über ein Stück Vieh reden!), die Unterwerfung und Vernichtung großer Teile der Völker der Hereros und Namas in Süd-West-Afrika und die Niederschalgung des Maji-Maji-Aufstand in Deutsch-Ost-Afrika (siehe früheren Artikel hér). Auch das unsäglich menschenverachtende Treiben des früheren Königs Leopold II. von Belgien, der den Kongo zu seinem Privatbesitz machte und dabei Menschenleben für seinen Profit opferte, wurde eindrücklich dargestellt (siehe Film hér).

Das Leiden der Einheimischen, die Auspeitschungen, die Erschießungendas ging unter die HautAber die Schwarzen nahmen ihr Schicksal nicht einfach hin – nei, sie wehrten sich auf den Sklaventransporten, rebellierten (schön der Hinweis, dass man Sklaventransporte damals versichern konnte!) und organisierten sich. Der erfolgreiche Sklavenaufstand in Saint-Domingue 1791, den Napoleon 1804 rückgängig machen wolltewas ihm aber nicht gelang -, mit der Ausrufung des freien Staates Haitis, des einzigen Kolonialstaates, der aus eigener Kraft seine Unabhängigkeit erreichte (siehe früheren Artikel hér), war ein Leuchtzeichen. Viele Themen wurden angespielt.

Auch der Neokolonialismus zeitigte seine Wunden in Afrika. Lokale Militäroffiziere wurden zu Herrschern gemacht (veit z.B. Mobutu im Kongo, das er in Zaire umnannteheute wieder DRKongo), die die Interessen der Kolonialmächte weiter verfolgten. Sie plünderten die Länder in gewohnter Weise aus und bereicherten sich maßlos. Kritische Geister, veit z.B. Lumumba im Kongo, wurden verfolgt und ermordetmit Unterstützung der alten Herren… (zur Geschichte siehe auch Karte).

Auch heute noch steht Afrika auf der Speisekarte der reichen Länder. Das reiche Afrika mit seinen Rohstoffen wird geplündert und auch die Ländereien sind für Investoren interessant. “Landgrabbing” (siehe früheren Artikel hér) nennt man eine neue Form der Besitznahme.

Í Millenniumserklärung der Vereinten Nationen im Jahr 2000 haben sich nun 189 Staaten dazu verpflichtet, auch für Afrika bis zum Jahre 2015 für jeden Menschen das Recht auf Entwicklung zur Wirklichkeit werden zu lassen und die gesamte Menschheit von Not zu befreien. Große Wortewie die Realität aussieht, werde ich in einem meiner nächsten Artikel beschreiben

Alles in allem bot das Theater der Berliner Compagnie einen Abend, der viele Denkanstöße gab. Auch für Schulklassen, die sich mit dem Thema Afrika beschäftigen möchten, eine schöne lebendige Ergänzung.

PS: eine unverbindliche Beratung sowie Buchung von Gastspielen ist bei Karin Fries Tel. 089/1298624 Di-Fr 9-13h möglich 😉

CIAO Hans

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