Das Kreuz mit den Personalpronomen – “Ég, du, við …”

Ene, mene, muh und raus bist du!” Bei diesem Kinderreim ist alles klar. Das Kind begreift sich als eigenständige Person und fühlt sich durch das “af” angesprochen. The “af” wird in “I” übersetzt und das Kind tritt zur Seite.

Doch ganz so einfach mit dem “I” og “af” ist es in unserem weiteren Leben nicht mehr!

Bis zum 12. Lebensmonat lässt sich ein Kind durch die Gefühle der anderen anstecken: schreit ein Kind, fängt es auch an zu schreien. Bis zum 4. Lebensjahr erkennt sich das Kind im Spiegel des anderen. Es fühlt mit ihm verbunden (Samhygð) und erstes soziales Handeln wird möglich. Ab dem 4. Lebensjahr kann sich das Kind fragen: “Was geht in dem anderen vor?”
Mit dem 7. Lebensjahr kann ein Kind die Vorgänge in dem anderen mit seinen eigenen biographischen Erfahrungen in Verbindung bringen.

Bei Erwachsenen werden bei einem Mitfühlen mit einem anderen genau dieselben Gehirnareale aktiviert, als wenn der Erwachsene selbst unter diesen Gefühlen leidet. So wird ein Schmerz des anderen zum eigenen Schmerz.

Doch die Einordnung von “I”, “af” og “Við” ist viel komplexer.

Schauen wir einfach einmal in unsere eigenen Gedankengänge. Diese treten einmal als “I”, dann wiederum als “af” oder auch als “Við” á. “I” möchte dieses oder jenes. Doch dann wechseln wir mitunter zum “af”: “af” solltest dies oder jenes tun. Aus dem Subjekt als “I” wird plötzlich das Objekt “af”. Mit dem “af” betrachten wir uns selbst von außen.

Woher kommt dieses “af”? Ich nehme an, es ist das Produkt unserer Sozialisation. Und die Sozialisation umfasst unseren Werdegang in der Familie, der Schule und später der Gesellschaft. The “af” unserer Eltern war notwendig, um uns als anderes Subjekt in Abgrenzung zu ihnen zu begreifen. Wir haben das “af” völlig internalisiert und denken nun sogar ohne äußere Einflüsse in unserem eigenen Denken mit der Außensicht des “af”. Die vermittelten Normen treten uns in unserem selbständigen Denken als eigenständiges “af” immer wieder in Kontrast zum “I”. Teilweise können wir zwischen “I” og “af” kaum noch unterscheiden. Es ist ein ständiger Wechselhin und her. Die Freiheit des “I” ist durch das “af” eingeschränkt.

The “Við” ist solidarischich verschmelze mit einer Gruppe zu einer solidarischen Form. Ich ordne mich der Gruppe unter. Ich fühle mich als Teil eines Ganzen. Problematisch wird es, wenn mir das “Við” übergestülpt wird, obwohl ich mich nicht damit identifizieren kann. Dæmi – Mutter sagt:”Wir müssen noch zum Friedhof!” No, sie will zum Friedhof und ich soll sie fahren. Mutter hat das “Við” internalisiert und kann sich nicht als einzelne Person begreifen, sondern nur als Familie. Sie gibt ihre eigene Identität für eine vermeintliche Solidargesellschaft auf.

Mit den Personalpronomen bildet der Mensch seine Identität vornehmlich in Relation zu dem ihn Umgebenden heraus. Martin Buber (1878–1965), ein jüdischer Philosoph, hat sich mit dem Ich und Du in seinem Hauptwerk auseinandergesetzt. Er führt neben dem WortpaarIch-Dudas andere Grundwort als das WortpaarIch-Es” a. Somit sei das Wesen des Menschen zwiefältig. Denn das Ich des GrundwortsIch-Duist ein andres als das des GrundwortsIch-Es”.
„Es gibt kein Ich an sich, sondern nur das Ich des Grundworts Ich-Du und das Ich des Grundworts Ich-Es. Wenn der Mensch Ich spricht, meint er eins von beidenIch sein und Ich sprechen sind eins.” The “Ich-Es-Beziehungermögliche eine Abgrenzung des „Ichvon seiner Umwelt. A “Ich-du-Beziehunggelinge nur in der Begegnung mit einem menschlichen Gegenüber. Als religiöser Philosoph sah Buber dasIch-du” en “ewiges Duin Verbindung mit einem Gottesnamen. Dabei nahm er eine tolerante Haltung zu den verschiedenen Religionen ein.

Doch wenn ich die Gottesschiene desIch-Duverlasse, was ist dann das “af”?

Ist es nicht vielmehr der internalisierte Vater oder die Mutter, die zu mir sprechen? Sind es meine Ich-Werte oder nur fremde von mir übernommene Werte aus dem großen Topf der Sozialisation?

The “Ich-Esist klardas Ich als Subjekt begreift sich in Abgrenzung vom Objekt der Umwelt. Doch eine klare Abgrenzung zwischen dem “I” og “af” ist meiner Meinung nach nicht möglich. Begreift man die Sozialisation in einem evolutionären Prozess des Werdens der menschlichen Person, evolutionär in dem Sinne, das eine Sozialisation für das menschliche Leben unentbehrlich ist, so wird doch die menschliche Freiheit eingeschränkt.

Komme ich aufgrund eines Konfliktes in meiner psychischen Struktur in Konflikt mit meinemIch-Du”, z.B. in der Konstellation einer neurotischen Konfliktverarbeitung, und wird dieser Konflikt in einem Gespräch angesprochen (z.B. einer Selbsthilfegruppe), dann weiche ich als Subjekt oft in dieman-Struktur” frá. Nicht mehr “I” mit meinem Leiden stelle mich zur Diskussion, sondern verstecke mich hinter einem allgemeinenman”. Dieses Versteckspiel bringt nichts, und ich sollte stets aus der Verallgemeinerung zu meinem “I” zurückfinden.

Nur in derIch-Formkann ich Kontakt mit anderen Menschen aufnehmen und auch über mein “af” berichten. In der Gruppe mit anderen Menschen lässt sich dann mein “I” og “af” mit den anderenIchs” og “Dusin einen gemeinsamen Kontext stellen.
Mein innerer Kreis wird mit den anderen inneren Kreisen konfrontiert und ich habe die Möglichkeit, neue Aspekte in meinem Denken aufzunehmen.

Voraussetzung ist dabei, dass ich mein “I…af…Við” einer Kritik zugänglich mache. Es ist sowieso nicht stabil und ständigen Veränderungen unterworfen. Also kann ich mich auch selbstkritisch zugänglich machen und neue Türen öffnen, die ich bisher noch nicht zu öffnen versucht habe

Nur so ein paar Gedanken

CIAO Hans

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