Kommunalwahl in Braunschweigich trete als Kandidat der Linken an

Mein Name ist Hans Kottke, ich bin 58 Jahre alt und trete als Kandidat für die Linke zu den Kommunalwahlen in Braunschweig am 11. September 2011 an.

Ich möchte euch heute einfach einmal erzählen, wie ich in die Partei die Linke gekommen bin.

Schon als 16-jähriger habe ich mich sehr für Politik interessiert und mit meinem Vater fast jeden Abend heftige politische Auseinandersetzungen geführt. Ihr habt bestimmt schon von der Generation der 68er gehört, einer Zeit, als Schüler und Studenten gegen den Vietnamkrieg auf der Straße demonstrierten und ihre Eltern auch nach ihrem Verhalten in der Zeit des Nationalsozialismus fragten. Damals war alles noch sehr altmodisch: so durften Frauen zum Beispiel nur mit Erlaubnis ihres Ehemannes Geld vom Konto abheben…

Durch die Bewegung der Schüler und Studenten hat sich damals und in den folgenden Jahren viel geändert.

Ich zog nach dem Abitur von zuhause aus und wohnte in Wohngemeinschaften. Ich fing an Politologie und Geschichte zu studieren und verdiente mir mein Geld durch pflegerische Arbeiten in verschiedenen Krankenhäusern.

Da ich Kriegsdienstverweigerer war, habe ich meinen Zivildienst in verschiedenen Einrichtungen wie Krankentransport, Bahnhofsmission und Kinderheimen abgeleistet.

Damals gab es noch einen sogenannten Radikalenerlass, das heißt, als Linker hatte man keine Chance in den Schuldienst zu gelangen. Deshalb entschloss ich mich, Medizin zu studieren. Nach 7 Jahren Studium an der Freien Universität in West-Berlin (ich kenne Berlin nur als Mauerstadt) fing ich dann in Dannenberg als Assistenzarzt in der Chirurgie an.

Leider erkrankte ich an Depressionen und musste nach einigen Jahren meinen Beruf aufgeben. Ich hatte immer die Hoffnung, wieder in der Medizin einzusteigen. Doch es sollte anders kommen… Nach vielen ambulanten und stationären Therapien fand ich unserer Selbsthilfegruppe Angst und Depression – und von da an ging es wieder aufwärts mit mir.

Schließlich fing ich auch wieder an, mich politisch zu betätigen. Und da die Partei die Linke die einzige Partei ist, die konsequent gegen alle Kriege eintritt und sich auch für die sozialen Belange der Bevölkerung einsetzt (wie zum Beispiel Mindestlohn, kein Hartz IV), nahm ich Kontakt mit der Linken auf. Wichtig war für mich, dass die Linke sich klar von dem sogenannten „real existierenden Sozialismus“ in der ehemaligen DDR distanziert hat. Meine halbe Familie lebte in der DDR und durch viele Besuche kannte ich dort die Verhältnisse, die mir in großen Teilen nicht gefielen.

Und so fing ich langsam an, bei der Linken in Braunschweig aktiv zu werden. Ich half beim Plakatieren in Wahlkämpfen, lernte viele nette Leute in der Partei kennen und meine depressiven Verstimmungen wurden immer geringer.

Schließlich übernahm ich die Verantwortung für den wöchentlichen Infostand. Mit der Zeit wurde ich dort immer sicherer und das Gespräch mit den Menschen auf der Straße macht mir sehr viel Spaß. Dann kamen die ersten Parteitage, wo ich als Delegierter aus Braunschweig teilnahm. Mit der Zeit übernahm ich immer mehr Aufgaben und oft habe ich abends das Gefühl – ich habe etwas sinnvolles getan. Heute bin ich im Vorstand des Kreisverbandes Braunschweig der Linken und kann mit über die lokale Politik der Partei entscheiden.

Und da stehen jetzt große Aufgaben an: im September ist die Kommunalwahl in Braunschweig. Da gilt es sehr viel zu organisieren: Plakate kleben, dann aufhängen, Flyer entwerfen und drucken, usw.
Da ich auch als Kandidat für den Rat und den Stadtbezirksrat aufgestellt bin, kommen immer neue Aufgaben auf mich zu. Doch davor habe ich keine Angst – denn für mich macht Politik auch Freude.
Und ich möchte, dass auch andere, die eine Veränderung ihrer Situation erreichen möchten, den Mut zu politischer Arbeit haben.

Wie schlimm es in den vielen Bereichen unserer Gesellschaft und auch in Braunschweig aussieht, habe ich in vielen Artikeln in meinem Blog beschrieben. Das neue Medium Internet hat mich lange Zeiten immer wieder über Wasser gehalten.

Ich möchte mich besonders an die jungen Wähler wenden: bei den Kommunalwahlen dürft ihr schon mit 16 wählen. Auch wenn ich schon weiße Haare habe, so seid ihr die Generation der Zukunft! Geht am 11. September zur Wahl und macht eure 3 Kreuze bei den Abstimmungen zum Stadtrat und zu den Bezirksräten.

Wenn ihr mehr von uns Linken wissen wollt, sprecht mich am Infostand an oder lest einmal die Publikationen der Linken.

Und eins hoffe ich ganz besonders: wer Interesse hat, bei den Vorbereitungen zur Kommunalwahl hat – wie zum Beispiel beim Plakate aufhängen – und wer Interesse hat, für bessere Lebensbedingungen etwas zu tun, der sollte ruhig einmal die Linke in Braunschweig ansprechen. Ich habe für jeden ein offenes Ohr!

CIAO Hans

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