Monika Ertl – der Racheengel Che Guevaras…


Monika Ertl wuchs als Kind des Kameramanns Hans Ertl in Deutschland auf. Als Bergsteiger wurde ihr Vater zu Beginn der 1930er-Jahre bekannt. Er drehte Filme für die Propaganda der Nationalsozialisten unter Leni Riefenstahl und Generalfeldmarschall Rommel. Seit 1948 hielt sich ihr Vater in Bolivien auf und 1953 folgte ihm die Familie nach. Ihr Vater betrieb dort später eine Farm und drehte seine letzten Filme. Schon als Sechzehnjährige begleitete sie ihren Vater auf Urwald- und Filmexpeditionen. Bei Vorstoß nach Paititi (1955), wirkte Monika als Kamera-Assistentin mit.

Nach einer gescheiterten Ehe mit einem Deutsch-Bolivianer stieß sie in den späten 1960er Jahren zur ELN, der nationalen Befreiungsarmee Boliviens, die sich nach dem Tod Che Guevaras in einer Wiederaufbauphase befand. Zunächst beteiligte sie sich eher passiv am Kampf gegen die Militärregierung. So gewährte sie beispielsweise den überlebenden Kämpfern von Guevaras gescheitertem Aufstand und anderen Verfolgten der Militärregierung Unterschlupf, insbesondere den Brüdern „Inti“ und „Chato“ Peredo, die Guevaras Nachfolger in der Führung der ELN waren. Ertl wurde unter ihren Kampfnamen „La Gringa“ und „Juana“ mit ihrem Organisationstalent zu einer der wichtigsten Führungspersonen der Organisation. Zunächst versuchte sie, ein Gelände für die Ausbildung der Anhänger der ELN zu finden. Dafür wollte sie ihren Vater gewinnen, der abgelegen im Dschungel eine Farm betrieb. Der sah jedoch in dem Vorhaben der ELN keine Erfolgsaussichten und lehnte ab. Als Monika Ertls Auto bei einem Banküberfall zur Geldbeschaffung der ELN als Fluchtwagen erkannte wurde, wurde sie ab 1970 polizeilich in Bolivien gesucht.

Allem Anschein nach ermordete Monika Ertl am 1. April 1971 den Konsul Roberto Quintanilla Pereira im bolivianischen Generalkonsulat in Hamburg; die Täterschaft Ertls konnte nie restlos bewiesen werden. Das Foto zeigt Oberst Roberto Quintanilla Pereira wie er triumphierend mit einer Zigarette neben der Leiche Inti Peredos posiert. Der Ermordete war der Geliebte von Monika Ertl und Nachfolger Che Guevaras bei der ELN. Am 9. September 1969 wurde Peredo von der bolivianischen Polizei erschossen – unter Beteiligung Quintanillas. Quantinilla war übrigens auch an der Ermordung Che Guevaras beteiligt: er hatte befohlen, dem toten Che Guevara noch die Hände abzuhacken – als grausigen Beweis für dessen Tod.
„Quintanilla, Quintanilla….,Du wirst in Deinen Nächten keinen Frieden mehr finden…Du raubtest Inti das Leben
Und du meintest das ganze Volk…“, schrieb Monika Ertl.

Am 1.April 1971 empfing Roberto Quintanilla Pereira, damals Boliviens Generalkonsul in Hamburg, eine junge Frau, die um eine Visa-Auskunft bat. Plötzlich zog die junge Frau eine Pistole aus der Handtasche, feuerte dem Konsul aus kurzer Distanz dreimal in die Brust. Die Einschusslöcher markierten ein regelmäßiges Dreieck. Zufall? Oder stand es für „V“ wie „Victory“? Die Polizei fand jedenfalls am Tatort einen Zettel, der schnell klar machte, dass Quintanilla aus politischen Motiven erschossen wurde: „Sieg oder Tod!“ stand auf dem Papier – die Parole einer bolivianischen Guerilla-Gruppe. Handtasche, Schal und Brille verlor die Mörderin Quintanillas bei einer Auseinandersetzung mit dessen Frau, die sich der Täterin resolut in den Weg gestellt hatte. Obwohl die Polizei schon Minuten später am Tatort eintraf, konnte die Frau dennoch entkommen – bis heute Anlass für viele Spekulationen.

Fest steht, dass Monika Ertl über verschlungene Wege wieder nach Bolivien zurückkehrte – als „Staatsfeind Nr. 1“ schon auf allen Fahndungslisten gesucht. Auf sie war ein Kopfgeld von 20.000 Dollar ausgeschrieben. Sogar für Che Guevara waren nur 4200 Dollar ausgesetzt worden.

Anfang der 1970er Jahre war es Beate und Serge Klarsfeld gelungen, Klaus Barbie in Bolivien aufzuspüren.
1972 versuchte Ertl zusammen mit Régis Debray den ehemaligen SS-Chef von Lyon Klaus Barbie zu entführen, der unter dem falschen Namen „Klaus Altmann“ in Bolivien lebte und für das bolivianische Innenministerium arbeitete. Vielleicht war er sogar ein alter Freund der Familie Ertl. Geplant war, Klaus Barbie über Chile nach Frankreich zu bringen, um ihn dort vor Gericht zu stellen. Damit wollte man einen gefährlichen Berater des Polizeiapparates ausschalten und gleichzeitig eine geistige Verbindung der ELN zur französischen Résistance herstellen. Der Entführungsversuch scheiterte jedoch. Monika Ertl geriet selbst ins Visier Barbies, dessen Erfahrung bei der Partisanenbekämpfung ihn zum geschätzten Berater und Ehren-Oberst der bolivianischen Sicherheitsdienste in Bolivien gemacht hatten.

Im Mai 1973 wurde Monika Ertl in Bolivien in einen Hinterhalt gelockt und erschossen. Ihr Leichnam wurde fotografiert und dann irgendwo verscharrt. In Deutschland wurden die Polizeiakten geschlossen, Monika Ertl bleibt trotz aller Indizien bis heute nur eine mutmaßliche Mörderin. Und eine Ermordete ohne Grab – die Angehörigen erfuhren nie, wo Che Guevaras Racheengel vergraben wurde.

1980 half Barbie General Luis García Meza bei dessen Staatsstreich. Nach einem Regierungswechsel und der Rückkehr zu einer demokratischen Regierung unter Präsident Hernán Siles Zuazo nahm die bolivianische Polizei Barbie am 19. Januar 1983 fest. Im selben Jahr wurde er nach Frankreich ausgeliefert und dort vor Gericht gestellt.
Der Kriegsverbrecher von Lyon, Barbie, wurde 1987 zu lebenslanger Hafte verurteilt; er starb 1991 im Gefängnis.

Irre Geschichte…
PS: Wer mehr über Che Guevara wissen möchte, der klicke hier.
CIAO Hans

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