Ayub Ogada – Kothbiro … afrikanische Musik …

Immer wieder erlebe ich ein Phänomen: in meinen Radiosendungen sind viele Musiktitel, doch bei einem Titel gibt es regelmäßig Nachfragen.

Der kenianische Liedermacher Ayub Ogada war ein Straßenmusiker auf der Northern Line, als er in den späten 80er Jahren von Real World die entsprechende Aufmerksamkeit bekam. Mit seinen entwaffnend einfachen Anordnungen machte er 1993 einen bleibenden Eindruck. Mit virtuoser Leichtigkeit auf einem ostafrikanischen Instrument – Lyra genannt a nyatiti – fand Ayub als Darsteller mit viel Charme und seiner warmen Stimme immer wieder einen musikalischen Mittelpunkt. Er zeigte Afrika mit all seinen Gefühlen…

Hier ein Ausschnitt:

CIAO Hans

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Comic: Flucht nach Europa …

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Wie viele Flüchtlinge sollte Europa aufnehmen?

Zu diesem Thema referierte beim Braunschweiger Friedenszentrum Herbert Erchinger, Pastor i.R. und Gründungsmitglied des Braunschweiger Refugiums, das Flüchtlinge betreut.

„Katastrophal und unmenschlich wird die deutsche und europäische Flüchtlingspolitik seit der Verschärfung des Asylrechts genannt. Über 1.800 Menschen starben 2011 allein bis Ende August im Mittelmeer bei dem Versuch, die Not hinter sich zu lassen und in Europa Freiheit und ein besseres Leben zu finden. Nach wie vor werden Unzählige zurückgeschickt, darunter Kinder, die in Deutschland geboren wurden oder aufgewachsen sind. Haben wir Verfolgte aus den arabischen Ländern aufgenommen?
Europa könnte für einen Teil der Verfolgten ein sicherer Hafen sein…“, heißt es in dem Veranstaltungsflyer.

Pastor Erchinger begann seinen Vortrag mit einem Hinweis auf die Flüchtlingstraditionen der verschiedenen Religionen. Die Juden wurden aus Ägypten vertrieben und auch Jesus war ein Flüchtlingskind. Flüchtlinge haben stets die neuen Staaten bereichert – seien es die Hugenotten, die Auswanderung vieler Deutscher in die Vereinigten Staaten oder die Emigranten während der Herrschaft des Nationalsozialismus. Auch die Flüchtlinge aus der ehemaligen DDR bis zum Mauerbau bedeuteten für die Bundesrepublik einen Gewinn.

Von sogenannten „Wirtschaftsflüchtlingen“ sprach erstmals Franz-Josef Strauß – doch lässt sich Politik und Wirtschaft so klar trennen? Was kann als Kriterium für „Normalität“ in einer Kultur und damit als Abschiebegrund gelten?

In unserem Grundgesetz lautet der Artikel 16a: (1) Politisch Verfolgte genießen Asylrecht…

Nach der Wende 1989 und im Balkankrieg kam es zu einem massiven Anstieg der Flüchtlingszahlen (Statistik). Danach ging ihre Zahl deutlich zurück. Betrachtet man die Zahlen im weltweiten Flüchtlingsstrom, so kommen nur 3% der 40 Millionen weltweiten Flüchtlinge nach Europa! Deutschland nimmt keine Flüchtlinge mehr aus sogenannten „sicheren Drittstaaten“ auf, obwohl es 2005 die Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt hat.

Ein besonderes Anliegen war Pastor Erchinger die Notsituationen der Flüchtlinge und die Schikanen, denen sie auf ihrer Flucht ausgesetzt sind. Europa hat sich mit dem Schengener Abkommen an seinen Grenzen abgeschottet. Die EU-Behörde Frontex und Rapid Border Intervention Teams sorgen täglich für erschreckende Bilder von Abschiebungen an ihrer Grenze. Wie schon oben erwähnt, starben über 1.800 Menschen 2011 allein bis Ende August im Mittelmeer. Dabei handelt es sich auch um internationale Gewässer!

Warum behandelt der deutsche Staat die Flüchtlinge so streng? Nach Meinung von Herrn Erchinger hat der Staat Angst vor einem Rechtsruck in der Bevölkerung. Die Niederlande, in der keine echte Integration stattfand, ist dabei ein beredtes Beispiel. Eine Folge dieser Strenge sind die illegalen Flüchtlinge – mal ganz abgesehen von der Frage, ob ein Mensch illegal sein kann…
420.000 Illegale leben in Deutschland, 120.000 allein in Berlin. Sie werden als billige Arbeitskräfte ausgenutzt und haben Angst, zum Arzt zu gehen oder ihre Kinder in öffentliche Schulen zu schicken!

Um den Leidensweg der Flüchtlinge zu beenden, wäre eine regulierte Ausreise aus den Staaten (z.B. über die Botschaften) verbunden mit einer intelligenten Entwicklungshilfe zu bedenken!

Aber nicht nur der Staat soll sich um die Flüchtlinge kümmern, auch Bürgerengagement ist gefordert! Betrachtet man auch den demographischen Faktor, so ist das Boot bei uns noch lange nicht voll!

CIAO Hans

PS: „Kettenduldungen“, bei denen ein Asylant jeden Tag mit Abschiebung rechnen muss und das über viele Jahre, gehören abgeschafft!
„Flughafenverfahren“ (20.000 Flüchtlinge pro Jahr), bei denen Verfolgte in Flughäfen festgehalten werden und in wenigen Wochen abgeschoben werden, ebenfalls!

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Afrika – der unbekannte Kontinent …


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CIAO Hans

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Die Altkleider-Lüge – Wie Spenden zum Geschäft werden …

Eine traurige Geschichte aus Afrika:


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CIAO Hans

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Berliner Compagnie – Theaterstück über Afrika…

Gestern besuchte ich ein Theaterstück der Gruppe Berliner Compagnie. Thema des Stückes: „Die Weissen kommen“ – Ein Theaterstück über Afrika. Über uns.

Für mich war es wie eine Zusammenfassung meiner letzten Artikel über Afrika. Das Spiel begann mit Händlern, Bänkern, Kolonisatoren und Sklavenhändlern, die Zug um Zug den schwarzen Kontinent auf ihrer Jagd nach größeren Gewinnen unterwerfen wollen. Sie kennen keine Skrupel: Diebstahl, Raub und Völkermord – alles ist erlaubt…

Mit einfachen Requisiten, wie Kappen mit den Länderzeichen für die Kolonisatoren (D=Deutschland, E=England, F=Frankreich, B=Belgien), boten die Spieler ein lebendiges Stück, dass uns Afrikas Geschichte näher brachte und dabei auch unsere eigene Verantwortung in diesem Prozess zeigte.

Afrika hatte schon lange vor den Weißen eine eigene Geschichte. Dann kam der Sklavenhandel mit all seinen Folgen (sehr schön fand ich die Darstellung der Menschenhändler, die bei klassischer Musik über die Sklaven wie über ein Stück Vieh reden!), die Unterwerfung und Vernichtung großer Teile der Völker der Hereros und Namas in Süd-West-Afrika und die Niederschalgung des Maji-Maji-Aufstand in Deutsch-Ost-Afrika (siehe früheren Artikel hier). Auch das unsäglich menschenverachtende Treiben des früheren Königs Leopold II. von Belgien, der den Kongo zu seinem Privatbesitz machte und dabei Menschenleben für seinen Profit opferte, wurde eindrücklich dargestellt (siehe Film hier).

Das Leiden der Einheimischen, die Auspeitschungen, die Erschießungen – das ging unter die Haut… Aber die Schwarzen nahmen ihr Schicksal nicht einfach hin – nein, sie wehrten sich auf den Sklaventransporten, rebellierten (schön der Hinweis, dass man Sklaventransporte damals versichern konnte!) und organisierten sich. Der erfolgreiche Sklavenaufstand in Saint-Domingue 1791, den Napoleon 1804 rückgängig machen wollte – was ihm aber nicht gelang -, mit der Ausrufung des freien Staates Haitis, des einzigen Kolonialstaates, der aus eigener Kraft seine Unabhängigkeit erreichte (siehe früheren Artikel hier), war ein Leuchtzeichen. Viele Themen wurden angespielt.

Auch der Neokolonialismus zeitigte seine Wunden in Afrika. Lokale Militäroffiziere wurden zu Herrschern gemacht (wie z.B. Mobutu im Kongo, das er in Zaire umnannte – heute wieder DRKongo), die die Interessen der Kolonialmächte weiter verfolgten. Sie plünderten die Länder in gewohnter Weise aus und bereicherten sich maßlos. Kritische Geister, wie z.B. Lumumba im Kongo, wurden verfolgt und ermordet – mit Unterstützung der alten Herren… (zur Geschichte siehe auch Karte).

Auch heute noch steht Afrika auf der Speisekarte der reichen Länder. Das reiche Afrika mit seinen Rohstoffen wird geplündert und auch die Ländereien sind für Investoren interessant. „Landgrabbing“ (siehe früheren Artikel hier) nennt man eine neue Form der Besitznahme.

In der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen im Jahr 2000 haben sich nun 189 Staaten dazu verpflichtet, auch für Afrika bis zum Jahre 2015 für jeden Menschen das Recht auf Entwicklung zur Wirklichkeit werden zu lassen und die gesamte Menschheit von Not zu befreien. Große Worte – wie die Realität aussieht, werde ich in einem meiner nächsten Artikel beschreiben…

Alles in allem bot das Theater der Berliner Compagnie einen Abend, der viele Denkanstöße gab. Auch für Schulklassen, die sich mit dem Thema Afrika beschäftigen möchten, eine schöne lebendige Ergänzung.

PS: eine unverbindliche Beratung sowie Buchung von Gastspielen ist bei Karin Fries Tel. 089/1298624 Di-Fr 9-13h möglich 😉

CIAO Hans

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Der Ausverkauf von Afrika – Land Grabbing…

Eine neue Entwicklung ist derzeit in Afrika zu beobachten: ausländische Investoren versuchen immer mehr Ackerland zu kaufen, um Nahrungsmittel und Energiepflanzen für den Export zu produzieren. Sogar die Vereinten Nationen sind besorgt über große Unternehmen, die immer mehr fruchtbares Land in Drittwelt- oder Schwellenländern aufkaufen. Allein in Afrika soll in den letzten drei Jahren fruchtbares Land, das zusammengesehen 20 Millionen Hektar hätte, in die Hände großer Lebensmittelfirmen übergegangen sein.

In der Art „neuer Kolonialherren“ versuchen Investmentbanker, Wirtschaftsvertreter, Agrarexperten und Konzernmanager Kauf- oder Pachtverträge für Ackerland zu erhalten. In den Jahren zwischen 2006 bis 2009 wurden Schätzungen nach 22 bis 55 Millionen Hektar Land in Afrika, Asien und Lateinamerika auf diese Weise verkauft oder verpachtet (Ackerland Europäische Union: 97 Millionen Hektar!).

Besonders aktiv sind dabei Staaten, die selber nicht genügend Nahrungsmittel für ihre Bevölkerung produzieren können, weil sie nicht über genügend Ackerland oder Wasserressourcen verfügen: Saudi-Arabien, Libyen, Japan oder Südkorea (Quelle). Sie wollen auf dem gekauften oder gepachteten Ackerland Reis, Weizen, Sojabohnen und Zucker anbauen. Zu Schnäppchenpreise von weniger als 8€ pro Hektar versprechen sie, neue Arbeitsplätze zu schaffen und die Infrastruktur (Straßen,Häfen usw.) auszubauen.

Bei dem unter dem englischen Begriff „land-grabbing“ bekannt gewordene Phänomen der Landnahme, ist die einheimische Bevölkerung jedoch von den Verhandlungen ausgeschlossen. Im Gegenteil: politische, ökologische, soziale Probleme entstehen. Die einheimischen Menschen verlieren den für ihre Ernährungsgrundlage wichtigen Zugang zu Land und Wasser, Nomaden werden um Weiderechte, Kleinbauern um ihre Existenz gebracht, Minderheiten vertrieben. Sofia Monsalve von der Menschenrechtsorganisation FIAN kritisiert: „Was wir leider häufig beobachten, ist, dass wenn solche Investoren die Nutzungsrechte von diesem Land kriegen oder das Land kaufen, die Menschen, die darauf leben, einfach zwangsvertrieben werden, ohne sie zu entschädigen und ohne sie woanders anzusiedeln.“ Und das sei nach dem internationalen Menschenrechtspakt ein Verstoß gegen das Recht auf Wohnung und auf Nahrung, kritisiert sie (Quelle).

Das „land-grabbing“ stellt also eine Bedrohung für die Bauern und damit auch die weltweite Ernährungssicherheit dar. Schon 2009 gab es auf der Welt 1,2 Milliarden Hungernde! Verschärft wird die Lage noch durch die Förderung von Agrarkraftstoffen in Europa und den USA. Ackerland ist in den Augen von Banken, Finanzinstituten und Investmentunternehmen zu einer sicheren Finanzanlage geworden. Sie versprechen sich hohe Renditechancen und gute Gewinnaussichten.

Das INKOTA Netzwerk e.V. hat eine Aktion unter dem Motto „Ausverkauf von Afrika stoppen!“ gestartet, und fordert in einer Beilage der Tageszeitung (TAZ) auf, einen Brief an Bundeskanzlerin Merkel und Bundesentwicklungsminister Niebel zu schicken.

Hier eine Briefvorlage als PDF-Datei: Brief an Merkel und Niebel

Adresse der Sammelstelle für den Brief:
INKOTA-netzwerk
Chrysanthemenstraße 1-3
10407 Berlin
Fax: 030 420820 – 210

PS: Ein Buch mit vielen Informationen: Fred Pearce, Land Grabbing, Der globale Kampf um Grund und Boden, September 2012 zum Verlag

CIAO Hans

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