Genetic Engineering Will Change Everything Forever – CRISPR …

Wie sieht unsere Zukunft aus – das ist die große Frage.

Designer-Babys, das Ende von Krankheiten, genetisch veränderte Menschen, unendliches Leben… Science-Fiction-Versionen werden plötzlich real… Das einzige, was wir sicher wissen, ist, dass die Dinge sich irreversibel verändern werden.

Ein Video zu möglichen Visionen (englisch, Untertitel auch deutsch)

CIAO Hans

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alpha-Forum: Prof. Dr. Joachim Bauer, Neurobiologe und Arzt

CIAO Hans

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Ethik oder Etat – Sind unsere Werte nur Börsenwerte?

Auch wenn das Video 2 Stunden und 50 Minuten dauert, war es doch so interessant, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe …

Wann reicht es?

Ein Prozent der Menschheit besitzt mehr als der Rest auf diesem Planeten. Diese Fakten haben mit dem vorherrschenden Wirtschaftssystem zu tun, das vor allem denen nützt, die reich sind. Es ist buchstäblich ihr Reich, und alles, was in diesem Reich geschieht, hat sich nach zuvor von den Reichen auf den Weg gebrachten Gesetzen, Ansichten und Plänen zu richten.

Mit Demokratie hat das wenig bis gar nichts zu tun, nur darf man das den Massen gegenüber nicht offen aussprechen, um eine weltweite Rebellion zu verhindern. Tarnen und Täuschen ist daher eines der Hauptanliegen der obszön reichen Eliten, deren elitärer Status sich ausschließlich auf den Nullen vor dem Komma stützt.

Was der Otto-Normal-Bürger schlicht als ungerechte Verteilung aller weltweit erbrachten Güter bezeichnen würde, wird von den Eliten als Gesetzmäßigkeiten des Marktes verkauft. Immer ist es ein abstrakter Markt, der für alle Fehlentwicklungen verantwortlich ist. An diesen Markt hat man zu glauben wie an eine Religion. Schon wer hinterfragt, macht sich verdächtig und wird als Ketzer abgestempelt.

Für den Markt hat nur Wert, was man zu Cash machen kann, was Profite verspricht, und da ist beispielsweise Ethik kein Produkt, mit dem man handeln könnte. Ethik lässt sich auf dem Markt weder kaufen noch verkaufen, und so hat sich der moderne Mensch im Kapitalismus gefälligst zu entscheiden! Ethik oder Etat?

Nur muss er das wirklich? Lässt sich nicht Ethik und Etat unter einen Hut bringen? Und sind unsere Werte nur Börsenwerte?

Diese Fragen stellen wir unseren vier Gästen der zweiten Ausgabe von Positionen:

-Prof. Dr. Athanassios Giannis, Leiter des Instituts für organische Chemie der Universität Leipzig,
-Peter König, der über 20 Jahre für die Weltbank Wasserentwicklungsprojekte geleitet hat,
-Ernst Wolff, Autor des Buches „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzuges“,
-Albrecht Müller, Ökonom, ehemaliger Wahlkampfleiter von Willy Brandt und Kopf des alternativen Nachrichtenportals NachDenkSeiten.

Weitere Videos auf kenfm

CIAO Hans

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How Evolution works – ein Video erklärt es …

CIAO Hans

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Kreuzworträtsel zu Charles Darwin …

Lösung

Lösung

CIAO Hans

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Evolutions-Hip-Hop …


Evolution
Evolution

Der Anfang liegt im Dunkeln.
Dann gab es einen Knall!
Als Ursprung angesehn,
entstand das Weltenall!

Und aus dem vielen Staub
entstanden all die Sterne.
Die Sonne – mit Verlaub –
bildet sich in ihrem Kerne.

Und die Erde – unser Planet –
entsteht vor 5 Milliarden Jahren.
Erst da wird sie konkret
und wird ihre Form bewahren.

Elemente aus dem Weltall
vereinen sich auf der Erde.
Ergebnis eines kosmischen Zusammenprall,
zum Planeten sie nun werde.

Es begann die chemische Evolution der Elemente,
Moleküle verbanden sich als Polymere.
Kohlen-, Stick-, Wasser-, Sauerstoff und Schwefel war die Komponente,
durchbrach die stoffliche Barriere.

Der Sauerstoff fehlte noch in der Atmosphäre,
die Grundlage des Lebens noch nicht bestand.
Die UV-Strahlen der Sonne bildeten eine Barriere,
erst die Dissoziation des Wassers sie überwandt.

Proteine und Nukleine konnten sich nun bilden,
die DNA speicherte die Information.
Leben war möglich in neuen Gefilden
und Fortpflanzung war möglich pro Generation.

Stabilität ergab eine Zellmembran.
Stabil war auch der DNS-Code.
Die Mutagenität brach der Vielfalt Bahn,
Leben war von nun an Gebot!

Auf Reize der Umwelt muss jede Zelle reagieren.
Neues aufnehmen, Altes ausscheiden,
im Kontrast zur Umwelt sich ausbalancieren,
für selbstständiges Leben sich entscheiden.

Vielzelligkeit entstand vor 700 Millionen Jahren:
Tiere im Wasser und Pflanzen an Land.
Differenzierung sie nun erfahren,
das Leben erschien in neuem Gewand.

Doch der Code des Lebens bleibt dabei gleich,
jede neue Art greift zurück auf Bewährtes.
Veränderungen nur in kleinem Bereich,
die ökologische Lücke beschert es.

Das Ganze ist mehr als die Summe der Teile,
der Zufall führt dabei immer wieder zum Sprung.
Die Natur kennt keine Langeweile,
sie bastelt an der Lebensgestaltung.

Das ist das Prinzip der Evolution.
Kann man es auf Kultur übertragen?
Ich weiß es nicht – glaub manchmal schon,
sollte einen Philosophen fragen!

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Die Sprache als elementarer Baustein der menschlichen Evolution …

Ich sitze an meinem Computer und schreibe einen Artikel. Was ich benutze sind Worte, die ich durch das neue Kommunikationsmedium Internet von meinem Schreibtisch aus in die ganze Welt sende. Worte sind Teil der Sprache, die sich im Laufe der Evolution in der Menschwerdung herausgebildet hat. Es scheint alles so einfach – wer denkt schon über die Sprache nach …

Philosophen, wie z.B. Ludwig Wittgenstein (1889-1951), haben sich zur Philosophie der Logik, der Sprache und des Bewusstseins Gedanken gemacht. Wir Menschen sind die einzigen Wesen auf diesem Planeten, die sich kommunikativ über die Sprache verständigen. Im Laufe der Entwicklung haben sich mindestens über 6.000 Sprachen gebildet. Und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Kulturen ist deshalb nicht immer einfach.

Jetzt las ich ein Buch von Michael Tomasallo über „Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation“(Origins of Human Communication, Cambridge/London 2008), was mich fasziniert hat!

Was passiert, wenn ich in einem fremden Kulturkreis ankomme und die Sprache nicht verstehe? Ich gestikuliere und versuche, mich einem Mitglied eines anderen Kulturkreises dadurch verständlich zu machen. Mal sind es einfache Zeigegesten, mal sind es eher symbolische, ikonische Gesten. Jeder kennt das von seinen Urlauben. Und genau hierin zeigen sich die Grundstrukturen der evolutionären Sprachbildung.

Tomasello beschreibt in seinem Buch, wie Kleinkinder mit 11-12 Monaten anfangen, mittels Zeigegesten in Kommunikation mit ihrer Umwelt zu treten. Dabei vergleicht er die empirischen Forschungen bei Primaten (Schimpansen, Menschenaffen) und Säuglingen. Und dabei gibt es entscheidende Unterschiede, die sich im Verlauf der Evolution herausgebildet haben.

Ohne die differenzierten Ausssagen Tomallas direkt zu zitieren, beschreibe ich einfach, was in meinem Kopf nach dem Lesen für mich als Quintessenz hängen geblieben ist:

Auch Primaten verfügen wie Kleinkinder über das Repertoire der Zeigegesten. Doch die Primaten bleiben in ihrer Interaktion meist auf der individuellen Ebene stehen. Eine Vogelperspektive über die Kommunikationssignale ist ihnen nicht möglich, wohl aber den Kindern. Im sozialen Verhalten jagen die Primaten teils in Gruppen, doch ihre Aktion ist nicht geplant – sie sind nur individuell an der Fressbeute interessiert. Kinder hingegen handeln viel komplexer: sie kennen das Prinzip von Helfen und Teilen. Ihre soziale Intention liegt in der kooperativen Kommunikation. Neben den einfachen Zeigegesten kommen später symbolische Gesten hinzu, die komplexe Zusammenhänge in der Interaktion ermöglichen.

Der Sprung zur Sprache: Auch Primaten geben Laute ab. Meist bestehen sie aber nicht mehr als aus drei Lautsequenzen. Doch sie verfolgen damit keine gemeinsamen Ziele. Die menschliche Kommunikation ist viel komplexer, weil sie auch Fertigkeiten und Motivationen geteilter Intentionalität umfasst.

Besonders fasziniert an dem Buch hat die These des kooperativen Geistes der menschlichen Kommunikation, verbunden mit einem gegenseitigen Helfen und Teilen. Nach dem gemeinsamen Jagen wurde die Beute unter alle geteilt. Ein evolutionärer Quantensprung im Vergleich zu den Primaten …

Hmmm, wenn ich das mit der heutigen globalisierten Entwicklung vergleiche – da wird nicht mehr geteilt …

Auch wenn wir alle als Individuen den evolutionären Verlauf der Sprachbildung jeder in seinem Leben erneut durchleben, bleibt die Frage, inwieweit unsere Kommunikation auch im Internet von diesen Prinzipien des gegenseitigen Helfens und Teilens noch bestimmt wird … ?

CIAO Hans

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Gedanken zur Entwicklung der Menschheit …


Ein philosophischer Podcast mit modernem Background… einfach mal reinhören!
(1)
Ich sitze an meinem Computer und versuche, mir einfach einmal vorzustellen, wie es mit der Menschheit so läuft…

Zunächst stelle ich mir vor, ich wäre in einer Höhle und bin einer der ersten Menschen. Mein Name ist Homo sapiens und wir befinden uns in der Zeit vor ca. 60.000 Jahren. Das ist noch nicht lange her, wenn man bedenkt, dass die Erde vor 4,6 Milliarden Jahren entstand.
Meine Vorfahren sind auf einer langen Wanderung aus Afrika über den afrikanischen Graben bis nach Europa gelangt – ganz langsam, nur 5 km pro Generation sind sie gewandert.
Und nun sitz ich hier in meiner Gruppe als Ergebnis von Zufall und Zwang: dem Zufall meiner Gene und dem Zwang meiner Umwelt. Ich habe mich angepasst und kann überleben.
Mein aufrechter Gang ermöglicht mir, Tiere in der Gruppe zu jagen, und der Gebrauch von Werkzeugen brachte mir das Feuer. Durch meine starken Kieferknochen kann ich das erjagte Fleisch besser verwerten, und mein einzigartiges Gehirn gibt mir die Freiheit, nicht nur Teil der Natur zu sein, sondern auch die Natur in meinem Sinne zu nutzen. Doch wir leben trotzdem immer an der Hungergrenze. Die Jagd ist anstrengend und nicht immer erfolgreich.
Wir sammeln Früchte von den Bäumen und Samen, die unseren Speiseplan ergänzen und uns mitunter über Wasser halten.
Wir haben eine feste Gruppenstruktur. Gewiss gibt es mitunter Streitereien in unserer Gruppe, doch wichtig ist nur die Zeugung von Nachwuchs, damit unsere Gruppe überlebt und sich gegen die Konkurrenz durchsetzt.
Und wir begraben unsere Toten, was uns von den Tieren unterscheidet.
Die Natur bestimmt unser Leben, die Sonne, das Eis, der Schnee und der Regen.
Die Tiere, die wir jagen, sind der Boden unserer Kultur: wir malen ihre Bilder an die Wand der Höhle.
Die Vergangenheit sind unsere Toten und die Zukunft bestimmt die Frage des Erfolges in der Jagd.
Was werden wird: wir wissen es nicht. Unser Motto lautet einfach: überleben!

(2)
In den folgenden Jahrtausenden bildeten wir viele erste Hochkulturen in Asien, Afrika und Amerika.

Die periodischen Überschwemmungen machten das Land fruchtbar, wodurch intensive Landwirtschaft betrieben werden konnte. So wurden wir nomadisierenden Wildbeuter zu Ackerbauern und Viehzüchtern. Für den Bau von Bewässerung und Staudämmen wurde zudem eine gesellschaftliche Organisation notwendig. Die Verteilung des knappen fruchtbaren Landes und die Zuteilung der Wassernutzung erforderte eine Verwaltung und Rechtsprechung. Es begann eine Aufspaltung der Menschen in verschiedene Gruppen mit verschiedenen Rechten, eine Trennung in Herrschende und Beherrschte.
Eine Bevorratung von Getreide war für die Fälle ausbleibender Überschwemmungen erforderlich. Auch die Bevorratung erforderte Organisation und Planung. Zur Berechnung der Flut wurde ein Kalender entwickelt, der Kenntnisse in Mathematik und Astronomie voraussetzte. Mathematik wurde auch für den Bau der Städte benötigt.
Parallel zur politischen Organisationsbildung entstand in fast allen Hochkulturen eine religiöse Hierarchie, die den Herrscher als von den Göttern eingesetzt stützte. Gesellschaftliche Normen wurden als Gesetze festgeschrieben. Bekannt ist der sogenannte Kodex Hammurabi im altbabylonischen Reich. In 280 Paragrafen regelte er Aspekte des bürgerlichen Rechts, das Straf- und Verwaltungsrecht. Es überlieferte zahlreiche Einzelfallentscheidungen, die sich oft durch große Härte auszeichneten.
Wir Menschen suchten stets nach einem Ordnungsprinzip. Eine Ordnung stabilisiert das gesellschaftliche Gefüge und dämpft unsere individuellen Ängste.
Auslöser für viele kulturelle Entwicklungen war der Glaube an das Leben nach dem Tod und der daraus sich entwickelnde Totenkult, der bei den Ägyptern so stark ausgebildet war, dass sich die Menschen ihr ganzes Leben mit der Ausgestaltung ihres Grabes beschäftigten.
Im traditionellen religiösen Mythos wird durch den Mythos das Dasein der Menschen mit der Welt der Götter verknüpft.
Im Reich der Ägypter – wie auch in anderen Hochkulturen – hatte jeder Gott seinen eigenen Tempel, in dem Statuen der jeweiligen Götter standen.
Der sumerischen Gilgamesch-Epos ist religionsschöpfend. Es geht um Weltverständnis, Welterklärung und um Fertigwerden mit der Welt, dem Zusammenleben mit anderen Menschen und damit um Fertigwerden mit dem eigenen Leben. Wir Menschen suchen einen Weg durch das Leben.
Und dabei ist es immer wieder die Angst, die uns ein Wohlbefinden oder Glücklichsein erschwert. Die Angst vor der Zukunft, die Angst vor dem eigenen Tod. Durch die Angst können wir nicht glücklich oder frei sein.

(3)
Die meisten Religionen des Altertums waren polytheistisch – nur wenige Religionen des Altertums waren monotheistisch wie das Judentum und später das Christentum und der Islam.
Die Religion ermöglichte uns, unsere Gegenwart so zu leben, wie sie ist, während wir gleichzeitig auf eine bessere Zukunft im Jenseits warten. Ein unendliches und gutes Wesen, eben ein göttliches Wesen, das uns über alles liebt, bewahrt uns vor der Einsamkeit, der Angst und der Endlichkeit unseres Lebens. Wir werden unsere Liebsten in einem jenseitigen Leben wiedersehen. Was für ein Trost! Und um so gerettet zu werden brauchen wir nur zu vertrauen – einen Glauben an Gott und Demut, die in der Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten begründet ist – einer erzwungenen Selbstunterwerfung.
Mit dem Auftreten der ersten Philosophen im alten Griechenland um ca. 500 v.Chr. geschieht nun etwas grundlegend Neues: sie wollen das Seelenheil nicht mehr durch ein höheres Wesen, einen anderen – nämlich Gott erreichen, sondern suchen das Seelenheil durch sich selbst, durch eigene Erkenntnis, eigene Vernunft. Dabei wurde das Geschäft der Philosophie von freien Bürgern in Athen betrieben, von Männern, die wohlhabend waren, Zeit und Muße hatten und natürlich auch ihre Sklaven! (bis auf wenige Ausnahmen, wie Sokrates oder Diogenes).
Als erstes wollten sie ein Mindestmaß an Erkenntnis über die Welt, in der sich unser Leben abspielt, und die Instrumente der Erkenntnis erwerben.
Des weiteren fragten sie nach der richtigen Weise des Zusammenlebens der Menschen, der praktischen Ethik. Und schließlich die Frage nach der Weisheit, um die Ängste zu überwinden und ein möglichst glückliches und freies Leben führen zu können.
Die Griechen (vor allem im Stoizismus) versuchen das Wesentliche der Welt vor allem in ihrem inneren Wesen der Harmonie, der gleichzeitig gerechten und schönen Ordnung zu sehen, dem „Göttlichen“, was sie Cosmos nennen. Dieses Göttliche ist kein persönliches Wesen, sondern die Weltordnung, das Universum als Ganzes. Diese wunderbare Ordnung der Dinge wird von den Griechen auch „Logos“ genannt. Stellt man sich die Welt als ein harmonisches Lebewesen dar, so ist das Weltall beseelt und mit Empfindungsvermögen und Vernunft begabt. Alles was geschieht, geschieht zu Recht und der letzte Zweck des Lebens besteht darin, seinen richtigen Platz in der Ordnung zu finden. Es geht vor allem um die Beschreibung des Cosmos, seine Organisation und Harmonie – nicht um die Störungen wie z.B. Naturkatastrophen.
Sich mit dem Cosmos zu verbinden oder sich in ihn eiunzuordnen wurde zur Richtschnur für jede gerechte Handlung, das Prinzip jeder Moral und jeder Politik. Konkret ging es darum, im praktischen Leben zu einem Einklang mit der Harmonie zu gelangen, um in ihr seinen richtigen Platz zu finden, der jedem im Ganzen zusteht.
In den Augen der griechischen Stoiker (wie teilweise auch der Buddhisten) wird die menschliche Existenz vor allem von zwei Dingen blockiert: das Festhalten an der Vergangenheit und die Sorge um die Zukunft. Ständig verpassen wir dadurch den Augenblick und können diesen nicht voll auskosten. Abschneiden muss man also zweierlei: die Furcht vor der Zukunft und die Erinnerung an das Ungemach der Vergangenheit. Letzteres geht mich nichts mehr an, ersteres noch nicht. Nach Epiktet ist das gute Leben ein Leben ohne Hoffnungen und Ängste, in dem man seiner Existenz versöhnt ist und die Welt, so wie sie existiert, voll akzeptiert.
Die stoische Philosophie bleibt anonym und unpersönlich. Für sie ist der Tod nur ein Übergang von einem persönlichen Zustand in einen Zustand der Verschmelzung mit dem Kosmos, wobei wir unsere Individualität verlieren.

(4)
Und genau hier setzt nun das Christentum an und besiegt schließlich die griechische Philosophie. Das Christentum verspricht uns wirklich alles, was wir wollen: eine endlich auch persönliche Unsterblichkeit und mit ihr das Heil unserer Angehörigen. 15 Jahrhunderte wird das Christentum die westliche Welt beherrschen! Im Christentum hat auch die Vernunft Platz. Vernunft heißt hier aber, die großen Texte der Evangelien zu verstehen, die Botschaft Christi auszulegen. Es gilt, die Natur als Schöpfung Gottes zu verstehen und zu deuten. Dabei nimmt der Glaube den Platz der Vernunft ein: Es geht nicht mehr so sehr darum, durch sich selbst zu denken, als auf einen anderen zu vertrauen. Demut ist notwendig, um den Verstand auszuschalten, um zu vertrauen und dem Glauben Raum zu geben genauso wie die Demut eines Gottes, der sich so erniedrigt, dass er Mensch wird unter den Menschen.
Die Weisheit oder Lebensdisziplin wird eine schulische Disziplin – Scholastik – man philosophiert über den Sinn der Heiligen Schrift oder die Natur als Werk Gottes, aber nicht mehr über die letzten Zwecke des menschlichen Lebens.
Und das Christentum gibt einen neuen Impuls: der moralische Wert eines Menschen hängt NICHT wie bei den Griechen von seinen natürlichen Gaben oder Talenten ab, sondern von dem Gebrauch, den er davon macht, also von seiner Freiheit und nicht von seiner Natur! Damit verlassen wir die hierarchische aristokratische griechische Welt. Die Christen behaupten, dass der Logos – also das Göttliche – nicht mehr mit der harmonischen Weltordnung als solcher identisch ist, sondern in einem außerordentlichen Wesen, in Christus, verkörpert! Das Christentum ersetzt die anonyme Heilslehre der Griechen durch das Versprechen, dass wir durch Christus als Person gerettet werden. Die menschliche Person wird durch das Christentum aufgewertet. Die Menschenwürde ist für alle dieselbe. Alle Menschen sind gleichwertig. Die Freiheit und nicht mehr die Natur wird zum Fundament der Menschheit!
Das Christentum räumt dem Gewissen einen bedeutenden Platz ein. Weil es den Geist höher stellt als den Buchstaben des Gesetzes, schreibt es praktisch keine Gebote für das tägliche Leben vor…
Im Gegensatz zu den griechischen Stoikern verspricht uns das Christentum die Unsterblichkeit der einzelnen Person. „Die Liebe in Gott“ und die „Nächstenliebe“ erweist sich aus der Sicht der Christen stärker als der Tod. „Die Liebe in Gott“ ermöglicht die Unsterblichkeit der Seele, die Auferstehung unseres Körpers. Im Christentum finde ich quasi meine Unsterblichkeit (und nicht nur meine!).

(5)
Im 16. Jahrhundert gerät der christliche Glaube, der den strengen Zwängen der Kirche unterstellt war, in eine schwere Krise. Neue Erkenntnisse der Wissenschaft stellen die Prinzipien der Kirche in Frage. Kopernikus (1543) und Galileo (1632) stoßen die Erde aus dem Zentrum der Weltsicht und setzen die Sonne an ihre Stelle. Die Gundmauern des Christentums selbst wurden erschüttert und der Gehorsam gegenüber Gott war nicht mehr selbstverständlich. Die Zerstörung des Weltbildes d.h. der Ersatz der Vorstellung der Welt als eines wohlgeordneten Ganzen, in welchem die räumliche Struktur eine Hierarchie der Vollkommenheit und der Werte verkörperte, durch die eines grenzenlosen oder sogar unendlichen Universums, welches nicht länger durch natürliche Unterordnung, sondern nur durch die Identität seiner letzten und grundlegenden Bestandteile und Gesetze zusammengehalten wird, hat in den Köpfen der damaligen Zeit einen Zustand der Verwirrung hinterlassen. Von nun an wird die „experimentelle Methode“ , die bisher praktisch unbekannt war, die Grundlage der Zukunft der modernen Wissenschaft.
Wenn die Weltordnung, Harmonie, Schönheit und Güte nicht mehr durch Gott vorgegeben sind, dann muss der Mensch selbst von außen Ordnung in dieses Universum bringen.Um einer desillusionierten Welt Sinn zu geben, bedarf es einer aktiven Erarbeitung der Weltordnung.
Immanuel Kant (Kritik der reinen Vernunft 1781) formuliert den Gedanken, dass sich die Wissenschaft von nun an als eine Arbeit der Verknüfung versteht, einer Synthese.
Von nun an wird der Mensch in den Mittelpunkt gestellt und man spricht von der Philosophie des Humanismus. Die neue humanistische Ethik mit dem Begriff der Freiheit des Menschen wurde besonders durch Rousseau (1755) beeinflusst. Er beschäftigte sich mit der Frage, was ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier? Bei Aristoteles definiert sich der Mensch als „vernünftiges“ Tier. Bei Rosseau ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal die Freiheit. Der Mensch besitzt die Fähigkeit, sich sein ganzes Leben lang zu vervollkommnen, während das Tier von Anfang an und auf sichere Weise von der Natur, vom Instinkt geleitet wird, und sozusagen „augenblicklich“, von Geburt an, vollkommen ist. Ein Tier hat nicht die Freiheit, sich zu perfektionieren. Im Menschen ist die Natur zwar noch da, doch der Mensch kann von den natürlichen Regeln abweichen und sich sogar eine Kultur schaffen. Der Mensch kann sich Exzessen hingeben, was dem Tier verwehrt ist. Im Menschen „spricht der Wille noch, wenn die Natur schweigt“.
Daraus folgt: die Menschen sind Träger ihrer eigenen individuellen Geschichte und es gibt die Geschichte ihrer Gesellschaften – Kultur und Politik. Da es keine Menschennatur gibt, da kein natürliches oder soziales Programm ihn vollständig einschließen kann, ist der Mensch, ob Mann oder Frau, frei, unendlich vervollkommnungsfähig und keineswegs durch vorgebliche, mit der Rasse oder dem Geschlecht verknüpfte Bedingungen vorprogrammiert. Und weil der Mensch frei ist, in keinem natürlichen oder historischen Code eingeschlossen ist, ist der Mensch ein moralisches Wesen. Er hat die Freiheit der Wahl zwischen guten und schlechten Taten.
Das Tier und die Natur sind eins – der Mensch und die Natur sind zwei…
Doch diese Freiheit muss da aufhören, wo die Freiheit der anderen anfängt. Kant forderte in seinem kategorischen Imperativ 1785 „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Wir müssen also Rücksicht nehmen auf die Freiheit des anderen.
Umsetzung grundlegender Werte und Ideen der Aufklärung waren die Ziele der Französischen Revolution 1789 – insbesondere die Menschenrechte. „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ war ihr Motto, die Würde des Menschen hatte sie sich auf ihre Fahnen geschrieben. In Paris sorgten Revolutionsausschüsse und Volksgesellschaften dafür, dass sogar alle Kirchen der Hauptstadt schließlich dem Kult des höchsten Wesens – der Vernunft – geweiht wurden und dass in sämtlichen Pariser Sektionen ein Kult für die Märtyrer der Freiheit eingeführt wurde. Die frühen religionspolitischen Maßnahmen der Revolution zielten auf die Gleichstellung der Religionen und die Beseitigung der kirchlichen Standesprivilegien.

(6)
Ein Philosoph der Postmoderne hat die Ordnung wirklich vom Thron gestoßen: Friedrich Nietzsche (1844-1900). „Gott ist tot“ – lautet sein berühmtester Ausspruch. Er kritisiert gleichzeitig den Humanismus und Rationalismus: „Es gibt nichts außerhalb der Lebenswirklichkeit, nicht darüber, nicht darunter, nicht im Himmel, nicht in der Hölle, und sämtliche Ideale von Politik, Moral und Religion sind nichts als „Götzen“, metaphysischer Schwulst, Erdichtungen, die nichts anderes im Sinn haben, als vor dem Leben zu fliehen, um sich dann gegen es zu wenden.“ Nietzsche negiert die Suche nach einer Ordnung, die uns von Ängsten befreit. Die Welt ist im Gegensatz ein Chaos, eine unreduzierbare Pluralität von Kräften, Instinkten, Trieben, die unaufhörlich miteinander rivalisieren. Nietzsche gibt die Empfehlung in seinem „amor fati“, das Leben vorbehaltlos zu lieben, ein bisschen weniger zu bedauern, ein bisschen weniger zu hoffen, dafür die Wirklichkeit, so wie sie ist, ein bisschen mehr und wenn möglich sogar vorbehaltlos zu lieben!
Da regt sich hoffentlich Widerspruch bei euch! Ist das nicht einfach destruktiv?
Wie kann man z.B. einen Holocaust akzeptieren? Geht es nicht darum, das Überleben der Menschheit zu sichern? Ist das Interesse an Kooperation und Harmonie nicht größer als das an Konflikt und Krieg?
Wie ist es mit dem Problem der gerechten Gesellschaft, der ethischen Prinzipien, welche die Beziehungen unter freien und gleichen Menschen bestimmen sollen? Wollen wir unsere Geschichte nicht kollektiv gestalten und daran teilhaben?
Viele Philosophen haben sich darüber Gedanken gemacht – und in meinen Augen ist jeder Mensch sein eigener Philosoph.
Wir leben in Zeiten der Globalisierung. Internationale Konzerne und Finanzmärkte bestimmen das Geschehen auf unserem Planeten Erde. Uns einzelnen Menschen wird jeder Einfluss auf das Weltgeschehen weitgehend entzogen. Wachstum oder Tod ist die Philosphie des globalisierten Wettbewerbs. Dabei spielt die Technik eine immer größere Rolle. Wachsen oder zugrunde gehen ist der absolute Zwang und das Wesen unserer Gesellschaften geworden. Die Technik wird zu einer Art Zweck an sich. Höhere Ziele im Sinne eines Fortbestandes der Menschheit gibt es nicht mehr.

(7)
Und da stellt sich mir die Frage: Der Mensch – eine Fußnote der Evolution?
(siehe mein Gedicht hier)

Eine Lösung wäre vielleicht meine Einzigartigkeit: wenn ich mich von mir selber löse, um die anderen zu verstehen, wenn ich mein Erfahrungsfeld erweitere, wenn ich das Besondere meiner Ursprungssituation überwinde und damit gleichzeitig zu einer Berücksichtigung der weiteren und reicheren Möglichkeiten gelange, die jene der ganzen Menschheit sind…

CIAO Hans

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Der Mensch – eine Fußnote der Evolution?

Der Mensch – eine Fußnote der Evolution?

Träum ich von der Menschheit in der Nacht,
wie oft schon bin ich aufgewacht!

Der Mensch – Produkt der Evolution –
ist teils Natur und doch auch schon,
nicht mehr nur Tier, nicht mehr Instinkt,
Naturbeherrschung ihm gelingt!

Im Gegensatz zum Tier ist er befreit,
entscheidet selbst, – ob gut ob bös – nach Anlaufzeit.
Entscheidet selbst über Exzesse,
kein Tier hat dafür ein Interesse.

Nur die Menschheit hat Geschichte,
jedes Individuum erscheint in eignem Lichte.
Geht es voran – in stetem Schritt,
ich dacht es lang – doch träum nicht mit.

In Freiheit die Natur ausrauben,
Produkte schaffen, die im Müll verstauben,
im Müll auf Halden armer Länder landen,
Gesundheit geht dabei zuschanden.

Die Welt geteilt in Nord und Süd,
wie es durch Menschenhand geschieht,
der Norden reich im Überfluss,
der Süden arm bis zum Verdruss.

Wachstum ist das große Losungswort,
Profit die Triebkraft an jedem Ort.
Konsumieren sollen wir ohne Ende,
stets neue Produkte gehn durch unsere Hände.

Bedürnisse werden ständig neu geschaffen,
die Werbung macht aus uns nur Affen.
Kaufen, kaufen – ohne Verstand,
auf’s Neue schaun wir wie gebannt.

Einen Euro hat der Bauer im Süden zum Leben,
Zukunft für seine Familie wird’s nicht geben.
Da kann er sich noch so mühen,
Wohlstand wird ihm niemals blühen.

Die Wirtschaft tut die Menschheit spalten,
wenn wir uns weiter daran halten,
dann ist der Menschheit Ende wohl in Sicht,
Teil der Natur – und dann auch wieder nicht.

Die Evolution wird sich bedanken,
weist die Menschheit bald in Schranken.
Wir werden Fußnote der Geschichte,
die Evolution erscheint im neuen Lichte…

CIAO Hans

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Video: Tango meines Lebens …

Ich kam auf die Idee, einmal ein Video über mein Leben zu produzieren. Mein Leben – eingebunden in die Evolution und den Lauf der Dinge.
Hier könnt ihr das Ergebnis sehen…

CIAO Hans

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