25 Jahre Tschernobyl – Aktionsdemo Schacht Konrad 25/04/2011 …

Vor 25 Jahren ereignete sich der Supergau in Tschernobyl. Dieses Jahr bewegten uns alle die Ereignisse um die Atomanlagen in Fukushima – und noch weiß niemand, wie es dort ausgehen wird.
Den Gedenktag zu Tschernobyl nahmen die Atomkraftgegener zum Anlass, in 12 verschiedenen Orten in der Republik zu demonstrieren.
An den AKW Biblis und Grafenrheinfeld protestierten jeweils 15.000 Menschen, in Krümmel 17.000, in Gundremmingen 10.000, in Grohnde 20.000, in Brunsbüttel 6.000, in Neckarwestheim 8.000, in Esenshamm 5.200, in Philippsburg 3.000.
An den Atommüll-Standorten im Braunschweiger Land demonstrierten 11.000, in Gronau 10.000, in Lubmin 2.000. Zusätzlich waren weitere 25.000 Menschen bei internationalen Aktionen in Cattenom und Fessenheim auf der Straße. Insgesamt nahmen bundesweit mehr als 120.000 Menschen an den Aktionsorten teil.

Anlaufpunkte waren die vielfältigen Haltestellen, von wo es dann meist per Fahrrad weiter zu den Kundgebungen ging. Die Linke Braunschweig hatte ihre Haltestelle auf dem Frankfurter Platz. Dort konnte jeder seinen Groll auf die Atomenergie in einem Wurfspiel auf „Atom“-Dosen auslassen. Das kleine Video links zeigt unsere Haltestelle.

Danach um 12:15 Uhr ging es dann per Fahrrad im Konvoi weiter zum Schacht Konrad zur Familiengroßkundgebung. 10.000 Atomkraftgegner lauschten bei sonnigem Wetter den Redebeiträgen. Wer am Ostermontag keine Zeit hatte, zu der Kundgebung zu kommen, hat hier Gelegenheit, sich die Redebeiträge (nur leicht gekürzt) anzuhören. Besonders interessant fand ich die Beiträge der Frauen am Ende dieses Videos, die aus ihren Orten über konkrete Informationen und Aktionen berichteten…

Fazit: Reaktoren sofort stilllegen, Atommüll-Produktion und -Transporte stoppen, Atomwaffen abschaffen!

     

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CIAO Hans

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Gedenken an die Deportationen und Ermordung der Sinti in Braunschweig …

In den Schulbüchern lernen die Schüler, welche Verbrechen die Nationaldemokraten an den Juden begangen haben. Doch auch Sozialdemokraten und Kommunisten kamen in den Konzentrationslagern zu Tode. Doch den meisten Schülern ist dabei nicht bewusst, dass die Nationalsozialisten auch die Vernichtung der Sinti und Roma („Zigeuner“), der Homosexuellen und der Zeugen Jehovas anstrebten.

Einen Einblick in das Schicksal der Sinti und Roma gibt das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma: hier zum Dokumentationszentrum

Die Nationaldemokraten betrieben die systematische Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma. In Braunschweig sind 124 Namen von Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung bekannt – Männer, Frauen und Kinder, die im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau oder an anderen Orten ums Leben kamen. In Braunschweig-Veltenhof wurden die Sinti in einer Art Sammellager ghettoisiert. Im März 1943 wurden sie von dort zum Braunschweiger Bahnhof gebracht und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Nur wenige überlebten.
Diejenigen, die zurückkehrten, hatten alles verloren:

Dann bin ich aus dem Zug ausgestiegen und bin da hingegangen, nach Veltenhof… Da hab ich nicht einen Wohnwagen gesehen! Und wo unser Wohnwagen gestanden hat, da ist eine Bombe reingefallen. Stellen Sie sich mal vor, ich komme da an und sehe keinen Menschen! Kein Mensch war da.“ Elvira R., Braunschweiger Sintizza. (Quelle)

Im Braunschweiger Rathaus an der Gedenkstätte für das Schicksal dieser Braunschweiger Sinti fand am 3. März 2011 eine kleine Gedenkveranstaltung statt. In den folgenden zwei Videos habe ich dieses Gedenken festgehalten:

GEGEN DAS VERGESSEN!

CIAO Hans

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Mahnwache zu Gaza …

Gaza nach der israelischen "Operation Gegossenes Blei"Am letzten Samstag fand in Braunschweig eine Mahnwache zum Gedenken an den Gazakrieg statt. Unter dem Motto „Menschenrechte sind unteilbar!“ gedachten das Friedenszentrum und Friedensbündnis Braunschweig zusammen mit dem Deutsch-Palästinensischen Verein Braunschweig an die militärische israelische Operation „Gegossenes Blei“ vor zwei Jahren. In verschiedenen Redebeiträgen wurde die Situation der Menschen in Gaza geschildert.

Von einem „Krieg ohne Gnade“ sprach Israels Verteidigungsminister Ehud Barak. Während dieses Krieges wurden 1.434 Palästinenser getötet und weitere 5.303 verletzt, viele von ihnen auf grausame Weise verstümmelt. Auch setzte Israel international geächtete Waffen wie Phosphor- und DIME-Granaten ein. Unter den 960 toten Zivilisten waren ein Drittel Frauen und Kinder (288 Kinder und Jugendliche sowie 121 Frauen). Auf israelischer Seite starben 13 Menschen, davon 3 Zivilisten, 84 wurden verletzt.

Der Krieg hat im Gaza-Streifen ein Bild der Zerstörung hinterlassen mit 4.000 zerstörten und 21.000 beschädigten Häusern einschließlich Schulen und Krankenhäusern, Gebetshäuser, Universitäten, Regierungs- und andere öffentliche Gebäude. Die Infrastruktur wurde nahezu völlig zerstört. Nicht offen sichtbar sind die traumatisierten Menschen, vor allem die Kinder. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass zwischen 20.000 und 50.000 Menschen durch die Angriffe Langzeitschäden davongetragen haben.

Bereits im April 2009 bestätigte eine unabhängige ärztliche Untersuchungskommission Verletzungen des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte während des Krieges im Gaza-Streifen. Die Kommission stellte fest, dass medizinische Versorgung von Verwundeten verzögert oder verhindert wurde und Angriffe auf Zivilisten, z.T. während der Waffenruhe, und auf Rettungskräfte während ihres Einsatzes stattfanden. Zudem würden die Kriegsschäden an Gesundheitseinrichtungen langfristige Folgen für die Gesundheitsversorgung haben.

Die unabhängige UN-Kommission unter der Leitung von Richard Goldstone kommt in ihrem Bericht vom September 2009 zu dem Schluss, dass sowohl die Raketenabschüsse auf Israel als auch die Angriffe des israelischen Militärs auf Gaza auf Kriegsverbrechen und auf Verletzung der Menschenrechte hinauslaufen. Dabei zielte die israelische Offensive offenbar darauf ab, die Bevölkerung im Gazastreifen insgesamt zu treffen und zu bestrafen. Sowohl in der UNVollversammlung als auch vom EU-Parlament wurde der Goldstone-Bericht angenommen und die Umsetzung der Empfehlungen ausgesprochen.

Aufgrund der seit Januar 2006 bestehenden Blockade des Gaza-Streifens durch Israel verläuft der Wiederaufbau schleppend. Mangels Baumaterial sind viele Häuser einschließlich Schulen noch beschädigt und haben keine Fenster. Menschen leben weiterhin in provisorischen Unterkünften. Die Versorgung der Bevölkerung ist laut der NGO Oxfam anhaltend kritisch. Die Lockerungen der Importe am 20. Juni haben zu keiner substanziellen Verbesserung der Lebenssituation in Gaza geführt, so dass über 80% der Bevölkerung von ausländischer Hilfe abhängen. Der Mangel an wichtigen Medikamenten und medizinischen Geräten sowie Nahrungsmitteln, Babynahrung und Trinkwasser bleibt unverändert. Engpässe in der Energieversorgung sind alltäglich. Im Oktober 2008 hatte die israelische Regierung ein fast vollständiges Einfuhrverbot für Kraftstoffe in den Gazastreifen erlassen.

Israel erlaubt keine eigenen Exporte aus Gaza, so dass die Wirtschaft am Boden liegt. Nach Wikileaks-Enthüllungen sollte die Wirtschaft im Gazastreifen „am Rande des Zusammenbruchs“ gehalten werden, ohne sie „ganz über die Kante zu stoßen“. Deshalb wird es nur durch Beendigung der Blockade und die Aufhebung des Exportverbots eine wirtschaftliche Entwicklung und eine Verbesserung der Situation für die Bevölkerung in Gaza geben.

Wir appellieren an die deutsche Regierung sich ernsthaft gegenüber der israelischen Regierung für ein Ende der völkerrechtswidrigen und menschenverachtenden Blockade von Gaza und für Reisefreiheit der Bewohner einzusetzen.

Dr. Ute Lampe, Friedensbündnis Braunschweig
Frieder Schöbel, Friedenszentrum Braunschweig
Dr.med. S. Tarmassi, Deutsch-Palästinensischer Verein Braunschweig

Zum Abschluss der Mahnwache wurde ein Text von Erich Fried verlesen, den ich hier mit aufnehmen möchte:

Höre, höre, Israel !

Als wir verfolgt wurden,
war ich einer von euch.
Wie kann ich das bleiben,
wenn ihr Verfolger werdet?

Ihr habt überlebt
die zu euch grausam waren.
Lebt ihre Grausamkeit
in euch jetzt weiter?

Eure Sehnsucht war,
wie die anderen Völker zu werden
die euch mordeten.
Nun seid ihr geworden wie sie.

Kehrt um! Kehrt um!
Die euch Geld oder Waffen gaben
Werden nicht immer da sein
Um euch zu schützen

Umkehren wird nicht leicht sein:
Der Haß der Armen lebt lange
Und viele wünschen euch das
Was einst ihr euren Peinigern wünschtet

Doch euch bleibt kein anderer Weg
Euch die Zukunft zu öffnen
Wenn es nicht eine Zukunft
Der ewig Verhassten sein soll

Kehrt um! Kehrt um!
Die euch Geld oder Waffen geben
Brauchen euch nur als Söldner
Gegen die Zukunft

Gegen das Ende der Ausbeutung
Gegen die Hoffnung der Armen
Gegen die Völker
Die eure Brüder sein sollten

(aus dem Gedichtzyklus zum Sechstagekrieg 1967 – Höre, Israel von Erich Fried 1974)

CIAO Hans

PS: Hier ein ausführlicher Bericht zur Lage in Gaza von Physicians For Human Rights – Israel (englisch)

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Gedenken an den Atombombenabwurf über Hiroshima/Nagasaki…

Auch nach 65 Jahren ist es ein Gebot der Stunde, an die Ereignisse des Augustmonats im Jahre 1945 zu erinnern. Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki haben die Welt grundlegend verändert. Die Menschheit hat versucht, die Kraft der Sonne für ihre Zwecke einzusetzen – und das in der zerstörerichsten Art. Seit dem 6. August 1945 schwebt ein Damoklesschwert über der Menschheit.

Doch statt aus dem Elend der unbezähmbaren Kraft der Atomenergie zu lernen, haben immer mehr Staaten auf diese Kraft gebaut. Arsenale der Vernichtung wurden angelegt, mit dem Argument der Abschreckung. Doch die Zukunft steht uns nur offen, wenn wir für eine atomwaffenfreie Welt einstehen und dieses Ziel mit all unsere Kraft zu verwirklichen suchen. Möglichkeiten gibt es, wir müssen sie nur ergreifen… (Beispiel: Aktion – “unsere Zukunft – atomwaffenfrei”)

Als ich mir nochmals bei Wikipedia die Ereignisse nachlas, fielen mir ein paar Zeilen ein:

Achtuhrfünfzehn schlug die Stunde
Da gab Tibbets Abwurf frei
Und Hiroshima ging voll zugrunde
Sein Bomber hieß Enola Gay.

Er nannte ihn nach seiner Mutter
Und die Bombe „Little Boy“
Er meinte noch, er wär ein Guter,
Und er warf sie ohne Scheu.

Nach dem Blitz die Sturmeswelle
Feuer von Millionen Grad
Schatten blieben nur an Mauerstelle
Und atomar war auch die Saat.

Viele Mütter unten – die Verletzten
Weinten ums verbrannte Kind
Deren Haut hing nur in Fetzen
Und der Tod – er kam geschwind.

Das Blut – es quoll aus allen Poren
Niemand war davor gefeit
Das Leben so sie schnell verloren
Hilfe stand nicht mehr bereit.

Mahnung sei uns all dies Elend
Menschheit gibts nur ohn Atom
Stoppt die Bombe – macht ein Ende
Bombenfrei – das sei der Lohn!

PS: Eine kleine Kindergeschichte zu Atomversuchen findet ihr hier – GAIA – Planet der Pilze

CIAO Hans

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Gedenken an die Rieseberg-Opfer des Nationalsozialismus…

Am Jahrestag der Ermordung der Opfer von Rieseberg erinnerten sich Braunschweiger an ihre Schicksale. Auf einer Sonderfahrt wurden Kränze an den Gedenkstätten von Heinrich Jasper, an den Gräbern auf dem Urnenfriedhof der Stadt Braunschweig sowie am Gedenk-Relief in Rieseberg niedergelegt.

Was war 1933 unter dem Terror der Nazi-Diktatur geschehen?

Am Donnerstag, dem 29. Juni 1933, gingen in Braunschweig in Zivil gekleidete SA- und SS-Männer gegen politische Gegner unter der dortigen Arbeiterschaft vor. Den Grund dafür lieferte die Suche nach Personen, die kurz zuvor illegale Flugblätter verteilt hatten. Während dieser Aktion im Braunschweiger Arbeiterviertel Eichtal trafen an der Kreuzung Eichtalstraße, Gartenkamp, Spinnerstraße zwei SS-Trupps aufeinander, die sich gegenseitig für die Gesuchten hielten und das Feuer aufeinander eröffneten. Der SS-Angehörige Gerhard Landmann wurde dabei tödlich getroffen.

Ein offizielles Ermittlungsverfahren wurde dann jedoch nicht eingeleitet, alle Bestrebungen dies zu tun, wurden aktiv unterbunden. Stattdessen entschlossen sich Landespolizeichef und SS-Obergruppenführer Jeckeln und der braunschweigische Ministerpräsident und Innenminister Klagges wider besseres Wissen, die Tat den Kommunisten anzulasten und die eigentlichen Umstände des Todes zu vertuschen und so die Tat für die Ziele der Nationalsozialisten auszuschlachten.

So wurden mehrere Hundert Personen, die „üblichen Verdächtigen“ der Nationalsozialisten, verhaftet und in das von der SA zuvor besetzte und zum „Schutzhaft“-Gefängnis zweckentfremdete AOK-Gebäude in der Fallersleber Straße verbracht, wo sie z. T. tagelang gefoltert wurden, um Informationen und Geständnisse zu erpressen. Die Gefangenen wurden am 4. Juli per Lastkraftwagen zum Pappelhof bei Rieseberg, ca. 30 km östlich von Braunschweig, transportiert. Über mehrere Stunden wurden die Opfer von SS-Männern aufs Schwerste misshandelt. Gegen 23 Uhr sei schließlich ein Personenkraftwagen auf den Hof gefahren, dem vier bis fünf Personen entstiegen, die die Gefangenen binnen kürzester Zeit erschossen. Einige Tage darauf wurden die Leichen auf dem Rieseberger Friedhof in ungekennzeichneten Gräbern verscharrt. (Näheres siehe Wikipedia)

Hier zwei kurze Videos von der Gedenkveranstaltung:


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Gegen das Vergessen!

PS: Braunschweig unter dem Hakenkreuz hier

CIAO Hans

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Stolpersteine – gegen das Vergessen…

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ …

…und damit dies nicht geschieht, startete der Kölner Künstler Gunter Demnig 1995 sein Projekt „STOLPERSTEINE“. Bundesweit und auch in den angrenzenden Ländern sollte der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedacht werden.

Gestern besuchte ich eine Veranstaltung des Fördervereins für Braunschweig. Am 9. März 2006 wurden im Rahmen einer öffentlichen Gedenkfeier die ersten Stolpersteine verlegt. Mittlerweile erinnern 135 Stolpersteine an das Schicksal der Braunschweiger Juden. Vor der Zeit des Nationalsozialismus lebten 1.200 Juden in unserer Stadt, 1938 waren es 638 und im Mai 1945 nur noch sehr einige wenige. Die bewegte Geschichte der Juden in Braunschweig begann im Jahre 1282. Wikipedia gibt eine gute Zusammenfassung ihrer Geschichte.

Im Roten Saal des Schlosses berichteten Schüler der 10.Klassen der John-F.-Kennedy-Realschule und der Nibelungen-Realschule in ihren Präsentationen über die Schicksale der Familien Spanjer-Herford und Meyer. Anschaulich wurden die stets zunehmenden Einschränkungen der Juden in Braunschweig vorgetragen, die schließlich die Familen zur Auswanderung zwangen. Die Schüler hatten sich im Rahmen eines Projektes mit diesen Familien beschäftigt und – soweit zugänglich – Fakten zusammengetragen. Es gelang ihnen auch, Briefkontakt mit einem der letzten Angehörigen der Familie Meyer zu bekommen. Er schrieb bewegende Worte (sogar ein Gedicht). Die Stolpersteine für die Familien sollen an ihrem letzten frei gewählten Wohnort in einigen Monaten verlegt werden. Zu diesem Festakt haben sich auch Familienangehörige aus den USA angemeldet.

Ich finde es sehr wichtig, bei jungen Schülerinnen und Schülern die Erinnerung an das Leid der Braunschweiger Juden wach zu halten. Nur wenn sie sich z.B. im Rahmen eines Projektes mit diesen Geschehnissen auseinandersetzen, begreifen sie, wie wertvoll unsere demokratischen Werte sind.

Mittlerweile sind in 97 deutschen Städten über 6.000 Stolpersteine verlegt worden.

NEU-TV: Upcoming TV-Feature: Person: „Gunther Demnig“ from CNHBorner on Vimeo.

Die Aktion „Stolpersteine für Braunschweig“ wird unterstützt von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Evangelischen Erwachsenenbildung Braunschweig, Evangelische Probstei Braunschweig, Friedenszentrum Braunschweig e.V., Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Niedersachsen-Ost e.V. und der Jüdischen Gemeinde Braunschweig.

CIAO Hans

PS(Hinweis eines Lesers): Der gewerkschaftlichen, sozialistischen, sozialdemokratischen oder gar noch der kommunistischen Opfer wollte man ursprünglich in Braunschweig absichtlich NICHT in dieser Form gedenken. Es gibt daher bisher auch nur eine Ausnahme!

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Gegen das Vergessen – Gedenken an den Holocaust…

Der 27.Januar ist zum Tag des Gedenkens an den Holocaust erklärt worden. Es ist der 65. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945. Die Befreiung fand durch die Rote-Armee statt. Nur wenige Tage zuvor war das Lager von der deutschen SS aufgegeben worden. Damals konnten noch die letzten Überlebenden des nationalsozialistischen Wahnsinns befreit werden.

In Braunschweig befindet sich die Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in der Schillstraße. Aus diesem Anlass wurden Gedenkkränze niedergelegt und der Opfer gedacht. Auch in vielen anderen Städten fanden zur gleichen Zeit Kranzniederlegungen statt.

In Auschwitz-Birkenau wurden während der Nazizeit rund 1,1 Millionen Menschen ermordet, darunter etwa eine Million Juden. Die Überlebenden des Holocaustes werden immer weniger, womit eine Quelle der Information und Erfahrung langsam versiegt. Umso wichtiger ist es, die Geschehnisse der damaligen Zeit auch der heutigen jungen Generation zu vermitteln.

Gegen das Vergessen!

Zur Geschichte Braunschweigs unter den Nationalsozialisten habe ich ein kleines Video gedreht:


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Weitere Informationen finden sich auf meiner Homepage unter Die andere Stadtrundfahrt und Vernetztes Gedächtnis.

PS:

  • Jüdisches Museum Berlin
  • Zentrale Holocaust Gedenkstätte Deutschlands
  • United States Holocaust Memorial Museum
  • CIAO Hans

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    Gedenken an den Asylbewerber Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov…

    Am 21.12.1999 wurde der promovierte bulgarische Physiker Dr.Zdravko Nikolov Dimitrov in einem „Rasengrab“ auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof beigesetzt.

    Was war vorher geschehen und warum lohnt es sich, seiner nach 10 Jahren zu gedenken?

    Am 11. Dezember 1999 sollte der promovierte bulgarische Physiker Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov von einem Sondereinsatzkommando der Polizei (SEK) in Abschiebehaft genommen werden. Dabei wurde er von den SEK Beamten angeschossen. An den Folgen der schweren Verletzungen starb er am 21.12.1999.

    Aus diesem Anlass wurden Kränze an seinem Grab auf dem Hauptfriedhof niedergelegt und es fand eine Kundgebung vor dem Polizeipräsidium in der Münzstraße statt.

    Wie konnte es zu diesem tragischen Tod kommen?

    Ein Stipendium für wissenschaftliche Spezialisierung der TU Braunschweig holte im Oktober 1993 Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov nach Deutschland. Dieses lief im März 1995 aus. Da Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov in Bulgarien nach der „Wende“ als bekennender Sozialist mehrfach von Ärzten und Polizisten gefoltert worden war, wollte er dorthin verständlicherweise nicht zurück. Da es ihm aber auch nicht gelang, als Wissenschaftler aus Deutschland auszureisen, war er gezwungen, hier einen Asylantrag zu stellen.

    Kurze Zeit später war eine Bewerbung von ihm bei der Fa. Rollei erfolgreich, wo er ab September 1995 als Optikdesigner arbeitete.
    Im Sommer 1997 wurde vom Verwaltungsgericht Braunschweig der Asylantrag abgelehnt und im Juli 1998 wurde Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov die Arbeitserlaubnis entzogen, was zur zwangsweisen Beendigung seines Arbeitsverhältnisses bei Rollei führte.

    Einige Monate später kam allerdings das Arbeitsministerium zu dem Ergebnis, dass für den Erhalt des schon nicht mehr bestehenden Arbeitsplatzes ein „besonderes öffentliches Interesse bestehe“ und es wurde eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Daraufhin bekam Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov von der Braunschweiger Ausländerbehörde eine Duldung, um für ihn einen anderen Arbeitsplatz mit „besonderem öffentlichen Interesse“ zu finden. Dazu sollte es im Januar 1999 dann auch kommen. Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov sollte einen neuen Arbeitsvertrag als Optikdesigner erhalten. Nach seiner Einschätzung kam dies dann aber nicht zustande, weil die Braunschweiger Ausländerbehörde die Erteilung der Arbeitserlaubnis solange hinaus zögerte, bis der Einstellungstermin längst überschritten war und der Arbeitsplatz verlorenging.

    In einen offenen Brief an den damaligen niedersächsischen Innenminister Bartling vom 2.11.1999 schilderte Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov seine Situation folgendermaßen: „Jetzt muss ich von den Reserven leben und zusätzlich Rechtsanwälte finanzieren, nur damit die Polizei nicht vor meiner Tür steht. Dagegen schildert mich die Ausreisebehörde in der Ausreiseverfügung vom September 99 quasi als Parasit, der vom Bundesgebiet zu „entfernen ist“ (Zitat), weil ich nun für meinen Lebensunterhalt nicht mehr sorgen könnte. Diese Methoden erinnern mich schmerzhaft an die Methoden der 30er Jahre.

    Obwohl der Ausländerbehörde Braunschweig bekannt war, dass auch das Zentrum für Folteropfer in Berlin auf Nachfrage bestätigt hat, dass Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov allein aus gesundheitlichen Gründen gar nicht abgeschoben werden könne und obwohl ihr auch seine hohe Selbstmordgefährdung bekannt war, wurde vom damaligen Leiter der Braunschweiger Ausländerbehörde die Abschiebung eingeleitet. Zynischerweise hatte dieser Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov als unglaubwürdig dargestellt.

    Und so kam es schließlich zu besagtem SEK-Einsatz, bei dem Dr. Zdravko Nikolov Dimitrov vom Selbstmord mit einem Messer abgehalten wurde, indem er von einem SEK-Beamten angeschossen wurde.

    Ein sehr tragisches Schicksal, was auch etwas von der Not der Asylsuchenden in Deutschland aufzeigt. In ihrer Not kommen sie nach Deutschland, beantragen Asyl (wobei ihnen mitunter ein deutscher Fragebogen vorgelegt wird) und sind an ihren Aufenthaltsort gebunden. Selbst wenn sie – wie in diesem Fall – eine Duldung erhalten und sogar ein Arbeitsvertrag in Aussicht steht, so legen die Behörden immer wieder Hürden in den Weg, die schließlich zur Abschiebung führen und wie in diesem Fall sogar zum Tod.

    Die herzlichen Worte eines Freundes von Dimitrov, der ihn die letzten Tage seines Lebens begleitete, haben mich sehr bewegt und betroffen gemacht…

    CIAO Hans

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