Fleisch – Das leckerste Übel der Welt

Ciao Hans

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Landwirtschaft in Niedersachsen …

Letzte Woche hörte ich einen Vortrag von Marianne König – MdL DIE LINKE Niedersachsen – zu Fragen der Landwirtschaft und Ernährung. Als alter Stadtbewohner Baunschweigs hatte ich bisher kaum über die Landwirtschaft nachgedacht. Doch die Landwirtschaft in Niedersachsen ist der Wirtschaftsfaktor Nummer 2 in Niedersachsen! Dabei geht die Entwicklung in der Landwirtschaft immer mehr in Richtung industrieller Produktionsbetriebe.

In Berlin wurde zur Grünen Woche im Januar eine Demonstration unter dem Motto „Wir haben es satt“ durchgeführt. Die Bauern stehen an der Wand. Sie sollen ökologisch bewusst arbeiten, doch „öko“ allein ist nicht möglich. Ein ökologischer Landanbau erfordert 5 Jahre Übergangszeit bis zur Anerkennung. Das schaffen die wenigsten Bauern. Statt dessen wird immer wieder die Empfehlung ausgesprochen, den Betrieb zu vergrößern und Lohn- sowie Futterkosten zu senken. Die 60 ha Mindestgröße zur Bewirtschaftung der Betriebe geht auf Kosten der Qualität. Die Bauern liefern erst die Ware und erhalten dann erst den Preis. Dies führte zum Milchboykott im Jahre 2009.

Die Bauern sind im Deutschen Bauernverband organisiert, der jedoch geprägt ist durch Lobbyistenarbeit. Es wird auf Exportsteigerung gedrängt – so sollen fast alle neuen Hähnchenmastanlagen für den Export in den unterentwickelten Ländern produzieren. Welche Folgen das für diese Länder hat, habe ich schon einmal in einem Artikel beschrieben: die einheimischen Produzenten werden durch die billigen importierten Waren von den einheimischen Märkten verdrängt (Globalisierung – der Hühnerwahnsinn in Ghana…).

Können wir eine Veränderung der landwirtschaftlichen Massenproduktion durch unser Kaufverhalten beeinflussen? Wir geben nur 12 Prozent unseres Einkommens für Ernährung aus (für Wohnen 33 Prozent!). Und viele Menschen sind aufgrund ihres Einkommens (Hartz IV) immer noch gezwungen bei Aldi oder Lidl einzukaufen. Auch in diesen Betrieben wird genauso wie bei der industriellen Landwirtschaftsproduktion versucht, an den Einkommen der Beschäftigten zu sparen. Eine vernünftige Entlohnung – wie durch einen Mindestlohn – ist notwendig, damit sich die Menschen auch gesund ernähren können! Als Verbraucher haben wir ein Anrecht auf Kennzeichnung von Produkten, die unter Verwendung gentechnischer Mittel hergestellt wurden. Beim Landesamt für Verbraucherschutz ist dringend eine Aufstockung des Personals notwendig (bisher nur 4 Kontrolleure für Futtermittel).

Die Bauern wollen ihre Höfe erhalten und verschulden sich für den Einstieg in die industrielle Produktion (Mastställe usw.), begeben sich in neue Abhängigkeiten, wobei sie aber selber auf dem Risko sitzen bleiben. Die Massentierhaltung wirft aber auch die Frage nach dem Umgang mit dem Tier auf: wenn im Großschlachthof in Wietze – wie Marianne König berichtet – 27.000 Tiere pro Stunde geschlachtet werden, wobei in 3 Schichten meist auf 400 €-Basis gearbeitet wird, kann man wohl von einer artgerechten Tierhaltung nicht mehr sprechen. In Niedersachsen sind inzwischen bis zu 400 neue Hähnchenmastställe geplant! (Fragwürdig sind auch die langen Tiertransporte!)

Nach dem Platzen der Immobilienblase legen die Banken und viele Konzerne jetzt vermehrt ihre Gelder in Ackerland an. Die Bodenpreise steigen und der Pachtzins steigt. Das Problem Land Grabbing hatte ich schon einmal angesprochen.

Fazit:
Zu fordern ist
– eine artgerechte Tierhaltung (keine Massentierhaltung)
– der Verbraucherschutz ist eine staatliche Aufgabe, die auch konsequent umgesetzt werden muss!
– Niedersachsen muss genfrei bleiben!

CIAO Hans
PS: ein interessanter Link ->Meine Landwirtschaft

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