Der Castor rollt und steht und rollt… Aktionen gegen die Atomenergie im Wendland…

Am Samstag ging es los! Auf zur Großkundgebung gegen den Castor in Dannenberg! Nach Angaben der Veranstalter waren 50.000 Menschen auf den Beinen und wir waren dabei. Ein paar kleine Eindrücke zeigt der kleine Film. Dabei war dies nur der Auftakt der Proteste gegen den Castor-Transport nach Gorleben. Erst heute oder morgen kommt der Castor-Transport an. Tausende Aktivisten befinden sich im Wendland und wollen den Transport behindern, um ein deutliches poltisches Zeichen zu setzen. Diesesmal fingen die Protestaktionen schon in Frankreich an…

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Castor-Blockade 2010 – ein Erfahrungsbericht von Ute

Auch in Braunschweig gab es dieses Jahr Proteste gegen den Castor. 50 Mitglieder des Asse-II-Koordinationskreises – soviel wie nie zuvor – machten sich auf den Weg ins Dannenberger Camp. Dabei hielten sie vor dem Braunschweiger Schloss und in kurzen Statements wurde die Atompolitik der Regierung kritisiert und zu einer Teilnahme an den Protesten gegen den Castor aufgerufen.

Ein aktuelles Video von graswurzel.tv zum Castor 2010:


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Gedenken an die Bücherverbrennungen der Nazis 1933 in Braunschweig…

Heute wurde mit der Verlegung einer Gedankplatte vor dem Braunschweiger Schloss der Bücherverbrennung 1933 durch die Nazis auf dem Schlossplatz gedacht.

Diese Gedenkplattenverlegung fand nach einstimmigem Beschluss der Ratsversammlung statt. Und zwar genau an dem Ort, an dem 1933 die Bücher verbrannt wurden – dem Schlossplatz.

In den Reden von Oberbürgermeister Dr. Hoffmann und Prof. Dr. Biegel wurde nochmals die Bedeutung dieses Ereignisses hervorgehoben.

Begleitet wurde diese Erinnerung musikalisch durch Musiker der städtischen Musikschule.
 
 
 
 
 
 
Um die Ereignisse nochmals vor unseren Augen darzustellen, zitiere ich aus dem Text der Rede von Prof. Dr. Biegel, der an die Umstehenden verteilt wurde:

Auszug aus der Rede von Prof. Dr. Biegel:

„Es war aus geschichtlicher Distanz und mit dem Wissen um die Folgen betrachtet, keineswegs ein Mittwoch wie jeder andere, der 10 Mai 1933 vor 77 Jahren. In seinen Abendstunden flammten in den deutschen Universitäts- und Hochschulstädten – den Zentren der Intelligenz und der weltweit vernetzten Wissenschaften – die Scheiterhaufen auf, verbrannten die braunen Schergen von der SA und dem Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) die Bücher und Schriften missliebiger Autoren. Wie entwürdigend und menschenverachtend die Aktionen durchgeführt wurden, macht ein Zeitungsbericht über die Bücherverbrennung in Hannover erschreckend deutlich:

»Es ist ein Viehwagen! – Man hätte außer einer Dungkarre kaum ein besseres Gefährt finden können für den Berg von Schmutz, der sich darauf häuft. Es ist noch Zelt, schnell einmal hinaufzuklettern und einen Blick in die umfangreiche Auswahl an „Literatur“ zu werfen. Einem Nationalsozialisten kann dabei schlecht werden. Man ist versucht zu vergessen, dass der leise Stallgeruch eigentlich dem Wagen anhaftet, er könnte gerade so gut diesem Haufen Unrat entströmen«.

Tendenz dabei war eindeutig: Die Bücherverbrennung sollte sein: antimarxistisch, antibolschewistisch, antijüdisch und antirepublikanisch. Plakate und politische Symbole, die mit verbrannt wurden, sollten diese Orientierung verdeutlichen.

Von der Technischen Hochschule ging in Braunschweig die Bücherverbrennung aus, von dort marschierten am 10. Mai 1933 die Bannerträger gegen den undeutschen Geist zum Schlossplatz. Der Rektor der Technischen Hochschule befand sich an der Spitze und eine »große Menschenmenge« hatte sich am Schlossplatz eingefunden, dazu Behördenvertreter sowie Vertreter der Berufsfeuerwehr einschließlich einer aktiv tätigen Löschmannschaft. Auch die Bevölkerung war über die Presse zur Mitwirkung aufgefordert worden und hat kräftig und mit Elan mitgewirkt, um die heimischen Bücherregale »zu säubern«. So konnte schließlich auf dem Schlossplatz zwischen den herzoglichen Reiterstandbildern »ein riesiger Scheiterhaufen errichtet« werden mit »Schmutz- und Schundschriften« – fast drei Meter hoch, von einer dichten Menschenmenge umlagert:

»Die ganze Studentenschaft der hiesigen Hochschule zog unter Vorantritt der SA-Kapelle Lukaschik das von SA-Männern getragenen Hochschulbanners der Carolo Wilhelmina, der Hakenkreuzbanner, der Fahne der Stahlhelm-Hochschulgruppe Mackensen und der Fahnen der studentischen Korporationen zum Schlossplatz, auf dem bei ihrer Ankunft bereits eine dichte Menschenmenge den großen Feuerstoß umstand. An dem symbolischen Akt auf dem Schlossplatz nahmen auch der Rektor der Technischen Hochschule, Professor Dr. Hormann, ein Teil der Professorenschaft und Vertreter der Behörden und Formationen der nationalen Verbände teil. Der Leiter des „Kampfausschusses wider den undeutschen Geist“, Student Probst, gab seiner Freude über die starke Anteilnahme an diesem Akt Ausdruck und begrüßte besonders die Vertreter der Hochschule und die Behörden. Im lodernden Schein des Feuerstoßes hielt der Vorsitzer der Braunschweiger Studentenschaft cand. Lindenberg, an die Versammelten eine mitreißende Ansprache, in der er u.a. ausführte: Die deutsche Studentenschaft hat ihr Handeln gegen den undeutschen Geist gerichtet. Die deutsche Studentenschaft, die deutsche Jugend ist sich der Tatsache bewusst, Hüter des geistigen Erbes der Nation zu sein. Mit der nationalen Revolution falle dem Studenten mit die Aufgabe zu, den Staat auch geistig zu erobern und ihn geistig zu gestalten und neu zu gestalten. Die deutsche Studentenschaft hat sich als Schrittmacherin in die vorderste Reihe gesetzt, um den undeutschen Geist und alles Wesensfremde auszurotten. Die Scheiterhaufen in allen deutschen Hochschul- und Universitätsstädten sollen aller Welt ein Symbol dafür sein, dass die deutsche Jugend begonnen hat, mit aller Energie an der geistigen Erneuerung an dem geistigen Wiederaufstieg zu arbeiten.« (BlZ vom 11. Mai 1933)

Verbrannt wurden u.a. 640 Bände aus der TH- Bibliothek, ca. 240 Bände aus der Bücherei des Studentenwerks und 117 Bände aus der Öffentlichen Bücherei sowie viele aus Privatbesitz…

Was man vor 77 Jahren am 10. Mai 1933 verbrannte, waren Stellvertreter für den freien Geist, auf dem die Kultur Europas gründete, der die Humanität unserer Welt erst möglich macht…

Gedenken wir heute des Fanals vom 10. Mai 1933 und versuchen wir uns selbst eine ehrliche Antwort auf diese letzte Frage zu geben! Ein Ansatz zum Nachdenken und auch für die Hoffnung, gegen das Vergessen nicht vergeblich anzukämpfen, mag die Tatsache sein, wegen der wir uns heute hier getroffen haben: daß mit dieser Gedenkplatte dem barbarischen Ereignis von 1933 am »Tatort« gedacht und für die Zukunft wir alle und besonders auch die Jugend unserer Stadt erinnert werden, damit wir das »Nie wieder!« nicht als Phrase sondern ernste Mahnung begreifen lernen!“

Gegen das Vergessen!

CIAO Hans

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