Gedicht: Todesritual …

Todesritual

Der Tod, er ist des Schlafens Bruder,
Loslassen in beidem zählt.
Bin ich geworfen in die Welt,
Der Zufall saß am Lebensruder.

Mein Leben ist nicht vorbestimmt,
Der Zufall wird sehr viel entscheiden.
Doch Urteilvermögen er nicht nimmt,
Entscheidungen darf ich nicht meiden.

Hab ich gelebt mein Leben dann,
Schau nur zurück auf all mein Treiben.
Dann kommt der Tod wohl irgendwann,
Und nur Erinnerung wird bleiben.

Hab ich auch meinen Tod bedacht,
Hab mich aufs Ende vorbereitet?
Wie oft hab ich den Tod belacht,
Hab ihn geleugnet ganz komplett.

Doch mit dem Alter kommt er näher,
Die Spannkraft lässt so langsam nach.
Les‘ Anzeigen zum Tod nun eher,
Denk‘ drüber nach so manchen Tag.

Ein Ritual bestimmt in jeder Kultur
Das letzte Ende in vielen Facetten.
Der Mensch als Wesen – ja jede Kreatur,
Tut sich im Todesgrab einbetten.

Vielleicht ist dies das große Zeichen.
Der Mensch vom Tier sich dann erhebt.
Im Ritual Umgang mit Laichen,
Den Ahnenkult er sich erstrebt.

So war es schon vor tausend Jahren,
Hochkulturen in Religion.
Sie ihre Ahnen aufbewahren,
Mystisch im Jenseits dann der Lohn.

Pyramiden von den Großen zeugen,
Doch auch der kleine Arbeitsmann,
Will vor den Göttern sich verbeugen,
Und hofft aufs Jenseits irgendwann.

Im Judentum wird schnell beerdigt,
Jerusalem die Sargrichtung angibt.
Auf dem Gesicht ein weißes Tuch liegt,
Verbrennungen sind nicht beliebt.

Auch Moslems habens eilig.
Beerdigung noch am Todestag.
Waschung und Begleitung sind heilig,
Keine Verbrennung, kein Sarg.
Ein Stofftuch ist der Sarkophag.

Im Buddhismus gibt es keinen letzten Tod,
Tod heißt hier auch Wiedergeburt.
Das Karma deines Lebens bildet das Lot,
Zu neuer Erscheinung in der Lebensfurt.

Im Christentum und seiner Geschichte,
Änderte sich so manches Todesritual.
Von Hünengräbern bis zum Massengrab gab es Berichte,
Die Nähe des Kirchhofs war meistens die Wahl.

Verbrennungen waren anfänglich verpönt,
Zur Wiederauferstehung brauchte man Körper.
Beerdigung in Särgen hatte man sich angewöhnt.
In den Himmel zu kommen war ihre Begehr.

Der Kirche Friedhof war schließlich zu klein,
Mit dem Protestantismus wurde er vor die Stadt verlegt.
Auch auf Verbrennungen ließ man sich ein,
Immer mehr Individuelles wurde gepflegt.

Der Tod ist in allen Religionen soziales Geschehen.
Das Scheiden eines Menschen die Menschen berührt.
Durch dieses Beisammen den Tod kann man verstehen,
Der eigene Tod wird dadurch gespürt.

Und wie ist es heute, in aller Komplexität,
Man stirbt im Verborgenen, ob Heim oder Spital.
Der Tod jedes einzelnen in Anonymität,
Fernab von der wirklich gewünschten Wahl.

Der Tod hat noch viele andere Themen,
Patientenverfügung, Sterbehilfe uvm.
Mit diesem Gedicht sollen sich alle bequemen,
Ein kulturelles Todesritual muss wieder her.

CIAO Hans

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Zur Geschichte des Todes …

Schon 1996, als ich meine ersten HTML-Versuche unternahm, habe ich mich schon einmal mit der Geschichte von Sterben, Tod, und Trauer beschäftigt (siehe hier). Noch heute bin ich fasziniert von den Veränderungen unserer sittlichen Vorstellungen in den verschiedenen Zeitabschnitten unserer Geschichte. Der alte Heraklit hatte schon recht, als er behauptete: „Panta Rhei – Alles bewegt sich fort und nichts bleibt.“ Ja, alles ist Raum und Zeit unterworfen. Es gibt keine allgemeinen absoluten ewigen Wahrheiten! [Doch hinter und zugleich in dem unaufhörlichen Fluss steht die Einheit: Einheit in der Vielheit und Vielheit in der Einheit.]

So stieß ich jetzt auf das Buch von Robert Fossier: „Das Leben im Mittelalter“, Piper Verlag. München 2008, 496 Seiten, 22,90 Euro.

Fossier fragt sich: Wie lebte damals das einfache Volk? Und er beschreibt uns eine Alltagsgeschichte des Mittelalters.

Ich fand besonders das Kapitel über das Lebensende interessant. Hier einige Stichpunkte…

Jeder Mensch weiß, dass er sterben muss und der Tod spielt im Leben eines Menschen [vielleicht] die wichtigste Rolle. Die griechisch-römische Gesellschaft im Altertum verbannte ihre Toten in Nekropolen, die den Straßen entlang oder vereinzelt weit vor der Stadt lagen. Die unmittelbare Nähe und Nachbarschaft der Toten wurde gescheut.

Erst der Sieg des Christentums und die Kirche im 6. Jahrhundert veränderte diese Einstellung grundlegend. Die Verstorbenen fanden wieder in der Mitte der Lebenden ihre Ruhestätte auf dem Kirchhof, einem öffentlichen aber heiligen Bereich, der für die Gemeinschaft der Lebenden einen unantastbaren Zufluchtsort darstellte. Auf dem Kirchhof trat die Versammlung des Dorfes oder des Stadtviertels zusammen, es wurden Entscheidungen über das Gemeinschaftsinteresse gefällt, das Datum der Weinlese festgestellt oder der Zeitpunkt für einen Angriff mit Waffengewalt beschlossen. In diesem Bereich, der zu ihren Gütern gehörte, konnte die Kirche ihre Botschaft am besten verbreiten.

Und was war ihre Botschaft: die war deutlich – Seele und Körper seien vollständig getrennt, und erst beim jüngsten Gericht würden sie wieder zusammenkommen. Dieser Jenseitsglaube wurde den Menschen zu einer Quelle der Angst und der Hoffnung (zum Seelenbegriff in der Geschichte siehe hier). Die Bilder des Hieronymus Bosch (1450-1516) dokumentieren die vielfältigen Qualen der Hölle: Bilder. Der Tod als Schreckensbild wurde für lange Zeit zu einem der vier apokalyptischen Reiter (Krieg, Hungersnot, Pest, Tod). Keiner konnte diesem Urteil des jüngsten Gerichtes entkommen und deshalb galt es, diesem so undurchschaubaren Tod in einen wünschenswerten Neubeginn zu verwandeln. Denn schon die Platoniker und Augustinus hatte es verkündet: Der Tod war nur ein „Übergang“ – ein Übergang der nach dem Gericht in die Ewigkeit führte? Einen Neubeginn des Lebens, der den Buddhisten bis heute Gelassenheit beschert, hatten die Konzilien des 5. Jahrhunderts aus der christlichen Dogmatik verbannt. Der Christ des Mittelalters lebte in der ständigen Angst, mit allzuvielen Sünden seine Chancen auf sein Heil verspielt zu haben. Um die Seele der ewigen Ruhe zu sichern, konnte man zum Todestag Seelenmessen lesen lassen. Nicht nur eine, so dass die Hinterbliebenen, die auf die unbedacht hohen Spenden eines von der Angst gepeinigten Sterbenden oft mit Bestürzung reagierten. Sie konnten versuchen, ein „Widerspruchsrecht“ geltend zu machen. Auch die Teilnahme an einem Kreuzzug versprach die Tilgung aller begangenen Sünden.

Der Tod war in einen Rahmen des Brauchtums eingebettet: die Familie und das Dorf waren im Sterbehaus oder nebenan bei einer theatralischen Inszenierung zugegen. Dies diente vor allem dem Zusammenschluss der Gemeinschaft. Dabei war dieses Ideal des friedlichen Sterbens im eigenen Bett wohl eher die Ausnahme. Der Tod war in der mittelalterlichen Welt allgegenwärtig. Und neben einem wohl geregelten „guten Tod“ gab es auch andere: verstorbene Neugeborene hatten oft eine Nottaufe erhalten, die auch von Laien praktiziert werden durfte, die aber notwendig war, um die ewige Verdammnis zu verhindern. Zum Tode verurteilte konnten Abbitte leisten und so mit dem Segen der Kirche am Galgen gehängt werden.

Doch was war mit den Gewaltopfern, die ohne letztes Gebet erschlagen wurden. Sie schmorten im Fegefeuer, bis der Groll des Schöpfers sich legte. Aber bei ihnen galt die Unschuldsvermutung: sie durften in geweihter Erde beigesetzt werden. Selbstmördern hingegen wurde ein christliches Begräbnis verweigert. Selbstmord stellte ein ungeheuerliches Verbrechen gegen Gott dar. Wurde er bekannt, verdammte man die Leiche als Verbrecher, schleifte sie über Stock und Stein und henkte sie öffentlich.

Im Mittelalter wurden nur die zum Scheiterhaufen Verurteilten verbrannt. Eine Einäscherung der Toten war nicht üblich. Die Beerdigungen wurden durch das kirchliche Ritual des Leichenzuges begleitet: der Totenkult wurde von den Klageweibern, Totengräbern, Zimmerleuten, Totenwächtern und allen, die mit den Trauerriten zu tun hatten, einschließlich der Kirchenleute, vollzogen. Durch die Riten wurde die „Trauerarbeit“ geleistet.

Ewiges Leben oder ewige Verdammnis – Ende des 12. Jahrhunderts wurde der Kirche das Dilemma bewusst, und es kam der Gedanke eines dritten Weges auf: das läuternde Fegefeuer. Da hatte man ja doch noch eine Chance, der ewigen Verdammnis zu entgehen. Über Gegenstände, die dem Verstorbenen gehörten (z.B. Fingernägel), nahm man schließlich auch Kontakt zum Jenseits auf, was die Kirche als Nekromanie und Hexerei verurteilte. Durch die Kirche wurden Reliquien verehrt und Wallfahrten zur Vergebung der Sünden empfohlen.

Ich glaube, ein heutiger Mensch kann sich die permanenten Ängste des Menschen im Mittelalter vor der Hölle gar nicht so recht vorstellen. Aber dies prägte das gesamte Leben des Menschen im Mittelalter. Die Macht der Kirche war allgegenwärtig und zur Festigung ihrer Macht war sie auf die Ängste der Menschen angewiesen. Und diese Epoche währte über 1.000 Jahre! Kaum zu glauben. Die Kirche war ein Hemmschuh der Entwicklung und es bedurfte der Einflüsse über die Araber in Spanien, um das Wissen aus der Antike zu retten. Erst als der Einfluss der Kirche durch die Aufklärung zurückgedrängt werden konnte, war die freie Entwicklung der Wissenschaften und der Philosophie möglich. 1.000 Jahre herrschte die kirchliche Philosophie von Origines, Plotin, Augustinus, Thomas v. Aquin u.a. (siehe hier)

Doch trotz all dieser düsteren Erscheinungen war das Mittelalter über tausend Jahre nicht nur das „finstere Mittelalter“. Im Mittelalter lebten Menschen und schufen für viele Bereiche die Grundlagen unserer heutigen Zeit. Sie legten die Grundlagen unserer heutigen Zivilisation. Sie bauten erste Klöster, später erste Städte und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Neue Technologien – wie z.B. das Mühlrad – hielten Einzug und auch die Agrartechniken wurden verbessert (Geräte, Drei-Felder-Anbau u.a.).

Kaum zu verstehen sind für einen modernen Menschen die gesellschaftlichen Machtverhältnisse: die kirchliche Macht – vertreten durch die Päpste, und die weltliche Macht – vertreten durch die Kaiser und ihre Vasallen. Beide standen im Mittelalter ständig im Widerspruch und die Macht schwankte mal von einer Seite zur anderen. Es gab Sklaverei (vom lateinischen sclavus für die ethnische Gruppe der seit dem Mittelalter so genannten Slawen – rumänisch şchiau – abgeleitet; entstanden in den Kämpfen der Ottonen gegen die Slawen im 10. Jahrhundert) neben der bäuerlichen Leibeigenschaft. Die leibeigenen Bauern durften gegen Pacht und Frondienste das Land des Grundherren bewirtschaften und von den Erzeugnissen dieser Arbeit leben. Die vorherrschende Gesellschafts- und Wirtschaftsform des Mittelalters war der Feudalismus.

Ich finde es immer wieder interessant, sich mit unserer Geschichte, der materiellen wie der geistigen, den Sitten und Moralvorstellungen im Wandel der Zeit, auseinanderzusetzen. Auch unsere heutige Zeit kann nicht für sich in Anspruch nehmen, der Wahrheit letzter Schluss zu sein. Auch unsere Gesellschaft wird sich verändern. Unsere heutigen Vorstellungen vom sozialen Zusammenleben werden wir schon morgen auf den Müllhaufen der Geschichte werfen! Was das Studium der Geschichte vor allem zeigt, ist diese Veränderung. Da komme mir noch einer und sage, Familie oder Kapitalismus und freie Marktwirtschaft, Nord-Süd-Gefälle oder unser heutiger Demokratiebegriff oder was es auch immer sei, wären unveränderliche Realitäten. Die Geschichte zeigt etwas ganz anderes. Ich bin der Meinung, ein jeder Mensch ist sein eigener Philosoph. Doch für seine Weltanschauung braucht er Wissen, Wissen, das ihm ermöglicht, neue Wege zu beschreiten, Zukunft zu gestalten…

Hinweisen möchte ich noch auf meinen kleinen allgemeinen Artikel: Der ewige Fluss – Geburt, Altern, Krankheit, Sterben, Tod…

CIAO Hans

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Martha ist von uns gegangen…

Ich lernte Martha in unserer Selbsthilfegruppe kennen. Sie war das älteste Mitglied unseres Kreises, hatte das 80.Lebenjahr schon überschritten und freute sich doch immer wieder auf die Gespräche in unserer Gruppe. Auch sie hatte unter Ängsten und Depressionen zu leiden. Zudem waren ihre Hüftgelenke verschlissen und das Treppensteigen in den 1.Stock unseres Gruppenraumes forderte viel Kraft von ihr. Wir warteten immer, bis auch sie ihren Platz eingenommen hatte.

Martha erkrankte als Jugendliche unter Tuberkulose und nach den damals üblichen Behandlungsmethoden hatte man ihr einen Lungenflügel entfernt. Auch kleine Anstrengungen fielen ihr zunehmend schwerer. Marthas Mann war schon vor einiger Zeit verstorben und sie war allein – sie hatte keine Kinder oder sonstige Verwandte. Sie lebte allein in ihrer Wohnung und freute sich über jeden Besuch. Manchmal fuhr sie mit dem Taxi in ein Kaufhaus, setzte sich vor die Umkleidekabinen und beobachtete stundenlang die Personen bei der Auswahl neuer Kleidungsstücke. Das bereitete ihr Freude.

In unserer Gruppe rieten wir ihr, sich in den Altenheimen umzusehen, damit sie eine Vorstellung davon bekäme, was eventuell einmal auf sie zu käme. Doch trotz vieler Gespräche weigerte sie sich, diesen Vorschlag auch anzunehmen. Nur einen Notrufknopf – gebunden um ihren Hals – akzeptierte sie nach vielen Gesprächen.

Ihr Zustand verschlechterte sich und schließlich war ihr ein Besuch unserer Selbsthilfegruppe nicht mehr möglich. Sie bekam eine Pflegestufe – täglich suchte sie morgens ein Pflegedienst auf – und das Essen wurde ihr ins Haus geliefert.

Eines nachts kam es zu einer Krise und sie drückte den Notfallknopf ihres Halsbandes. Ich besuchte sie am nächsten Tag auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Sie hatte sich eine Lungenentzündung zugezogen, was bei ihrer eingeschränkten Lungenfunktion zu einer bedrohlichen Situation führte. Da lag sie nun, bewußtlos für viele Tage und angeschlossen an viele Schläuche. Wir befürchteten schon das Schlimmste. Doch die Mediziner der Intensivstation leisteten gute Arbeit. Nach einigen Wochen war ihre Krise überwunden und es kam die große Frage auf sie zu: wie soll es weitergehen?

Allein zu Hause war ihre Versorgung nicht mehr möglich. Zusammen mit der Sozialarbeiterin überlegten wir, welches Heim für sie in Frage käme. Sie hatte keine große Wahl, da ihr ein Übergang von der Klinik direkt in ein Pflegeheim bevorstand. Schließlich willigte sie und ein neuer Lebensabschnitt begann. Die Auflösung ihrer alten Wohnung und einige Behördengänge übernahmen wir für sie.

Doch der Umzug in die neue Umgebung fiel ihr sehr schwer. Sie hatte zwar wie gewünscht ein eigenes kleines Zimmer, doch die Umgebung war ihr völlig fremd. Martha aß mit anderen Heimbewohnern an einem Tisch, die teils dement waren und es mit der Eßkultur nicht ganz so genau nahmen, und ihre Vorstellungen passten da so gar nicht hinein. Anfangs genoss sie die Sonne in ihrem Rollstuhl auf dem Balkon und freute sich über jeden Besucher. Doch der Winter stand vor der Tür…

Marthas Zustand verschlechterte sich und sie brauchte immer mehr Hilfestellung. Dies brachte sie in Konflikt mit den Schwestern, die auf Grund ihrer Arbeitsbelastungen nicht immer die rechte Zeit fanden, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Ja, sie bekam Angst, die Schwestern durch ihre Hilflosigkeit zu sehr zu belasten und versuchte ihre Wünsche herabzusetzen. Wir besorgten ihr einen elektrischen Rollstuhl, um ihr mehr Freiräume zu schaffen. Anfangs übte sie das Rollstuhlfahren und meinte: „Das schaff ich – schließlich habe ich einen Führerschein…“. Doch mit der Zeit ließen ihre Kräfte nach und sie wünschte sich, diesen blöden elektrischen Rollstuhl endlich wieder los zu werden, damit sie nicht mehr diese Konzentration aufbringen müsste.

In den täglichen Gesprächen mit ihr beklagte sie ihre Hilflosigkeit und den Verlust ihrer Freiheit. Sie war dabei völlig klar im Kopf und besprach gerne philosophische Fragen. Ja, das machte ihr Spaß. Aber der Wunsch – „Ich will sterben“ – wuchs von Tag zu Tag. Es kamen Tage mit Panikanrufen, wo sie dachte, es wäre jetzt so weit und sie wünschte sich Besuch möglichst den ganzen Tag über mit anregenden Gesprächen. Diesen Wunsch konnten wir ihr aber nicht ausreichend erfüllen.

Ihre Bewegungmöglichkeiten nahmen immer mehr ab, so dass sie schließlich sogar in ihrem Fernsehstuhl oder auch Bett nur mit Hilfe eine neue Stellung einnehmen konnte. Sie zog sich immer mehr in ihr kleines Zimmer zurück, starrte den ganzen Tag in ihrem Fernsehstuhl an die Wand und verfiel schließlich in Depression. Man konnte nicht mehr klar entscheiden, was sie noch leisten konnte und was nicht. Die Schwestern forderten sie sehr und sie litt darunter.

Ihr Wunsch zu sterben wuchs immer mehr. Sie bekam Tabletten, die sie sehr schläfrig machten, und die Struktur von Tag und Nacht geriet durcheinander. Martha wurde inkontinent, was ihr höchst peinlich war, und schließlich kam sie aus ihrem Bett nicht mehr heraus. Nun sprach sie nur noch von ihrem Wunsch zu sterben.

Martha trank nicht mehr genug und auch das Essen war ihr belanglos geworden. Bei meinen Besuchen erlebte ich sie in den verschiedensten Zuständen: mal agitiert, mal ängstlich, mal abwesend… Ihre Welt bestand fast nur noch in ihrem Kopf, wo alte Erinnerungen aus ihrer Jugendzeit wieder auftauchten.

Martha wollte ihren Geburtstag noch erleben. Das schaffte sie – doch schon wenige Tage später verstarb sie.

Auf ihrem letzten Gang bei ihrer Urnenbeisetzung begleiteten wir sie. Eine Bestattung anonym und ohne Feier, so wie sie es sich gewünscht hatte.

Ja, das waren die letzten Tage von Martha – nun ist sie von uns gegangen…

Was mich an ihrer Geschichte besonders betroffen gemacht hat, ist ihr Verlust an Freiheit in ihrer letzten Lebensphase. Der Lebensabschnitt, wo man nicht mehr selbst agiert sondern auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Ich habe bei der Begleitung ihres Sterbeprozesses viel erfahren – dafür bin ich ihr dankbar. Gelernt habe ich, mich auch mit meinem eigenen Sterbeprozess, der hoffentlich noch weit entfernt liegt, ein wenig auseinanderzusetzen. Sterben gehört zu unserem Leben dazu, es ist Teil des Lebens. Und wir sollten dies nicht so weit weg schieben, sondern ruhig einmal die Gedanken darüber auf uns zukommen lassen. Wie geht es mir damit, wenn ich die Gedanken auf meinen Tod lenke? Was fühle ich dabei? Das ist bei jedem Menschen verschieden – doch gewiss ist nur eins: der Tod…

CIAO Hans

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„Suizid“ – eine freie Entscheidung?

„Suizid“, die Selbsttötung eines Menschen, wird umgangssprachlich auch oft als „Freitod“ bezeichnet. Doch ist diese finale Aktion wirklich so „frei“?

Mit dieser Thematik werde ich oft in unserer Selbsthilfegruppe Angst und Depression konfrontiert. Da ich selbst unter Depressionen leide, kenne ich diese selbstzerstörerischen Gedanken nur zu gut. Auch bin ich in meinem bisherigen Leben – sei es als Arzt oder als Patient – mit vollendeten Selbstmorden öfter konfrontiert worden.

Gerade jetzt hörte ich wieder die Meinung, dass man über seinen eigenen Tod doch selber entscheiden könne… Ich fing an, mich nochmals mit der Suizidthematik auseinanderzusetzen, denn ich bin anderer Meinung.

Die Psychiatrie, Psychologie, Soziologie, Philosophie, Theologie und die Rechtswissenschaft setzen sich mit der Selbsttötung auseinander. Ja, es gibt sogar eine Suizidologie. Suizidalität gilt als die Summe aller Denk− und Verhaltensweisen von Menschen oder von Gruppen von Menschen, die in Gedanken, durch aktives Handeln, durch Handeln lassen oder auch durch passives Unterlassen einer für das Leben notwendigen Verrichtung den eigenen Tod anstreben bzw. als möglichen Ausgang in Kauf nehmen. Suizidalität gilt dabei nicht als Krankheit per se, Todeswünsche und Suizidideen können auch beim psychisch und körperlich gesunden Menschen in einer belastenden Lebenssituation auftreten.

Nach Angaben der WHO 2003 sterben weltweit jedes Jahr ca. 1 Mill. Menschen durch Suizid; bei jungen Menschen ist Suizid weltweit die häufigste Todesursache. Suizidversuche mit geschätzten 20±50Mill. weltweit sind wesentlich häufiger, wobei es keine zuverlässigen Daten gibt.

Suizidalität hat es schon immer in der Menschheitsgeschichte gegeben. Der französische Historiker Georges Minois schrieb die erste Abhandlung über den Suizid von der Antike bis zum 20.Jahrhundert in seinem Buch „Geschichte des Selbstmords“. Er fragte: „Warum haben sich in dieser oder jener Epoche Menschen dafür entschieden, nicht mehr zu sein? Jeder Einzelne hatte seine Gründe, und es kommt darauf an, sie zu verstehen, denn diese Haltung enthüllt uns die lebenswichtigen Werte der Gesellschaft. Sie betrifft sowohl das Individuum als auch die Gruppe“. Er zitierte Albert Camus: „Es gibt nur einwirklich ernstes philosophisches Problem: den Selbstmord. Die Entscheidung, ob das Leben sich lohne oder nicht, beantwortet die Grundfrage der Philosophie. Alles andere – ob die Welt drei Dimensionen oder der Geist neun oder zwölf Kategorien habe – kommt erst später. Das sind Spielereien; zunächst heißt es, Antwort geben“.

Auch in den verschiedenen Weltreligionen finden sich Aussagen zu dem Problem Suizid. Verbot des Suizides im jüdischen Talmud (bis ins 20. Jahrhundert wurden alle üblichen Trauerriten versagt) und im Islam (die Aufnahme ins Paradies wird verweigert, und es droht ein „ewiges Höllenfeuer“; Ausnahme: der Märtyrertod), im Christentum fehlende Verurteilung suizidaler Handlungen im Alten und Neuen Testament (doch das Gebot „Du sollst nicht töten!“ gilt nach Augustinus auch für einen selbst! Später wurde Suizid als Sünde gebrandmarkt; bis ins frühe 19.Jahrhundert wurde den Suizidopfern die Beerdigung auf Friedhöfen verweigert), Negierung des Suizides im Buddhismus oder Hinduismus.

In der Medizin/Psychiatrie wurde Suizidalität schon früh im Kontext von Melancholie diskutiert, denkt man an die Äußerungen von Robert Burton in seinem Werk über die Melancholie 1621 oder auch an die Formulierungen von Wilhelm Griesinger 1867, der Suizid in Zusammenhang mit „Schwermut mit Äußerung von Zerstörungstrieben“ aber den Suizid „durchaus nicht immer“ als Symptom einer psychischen Erkrankung sah. Von Esquirol (1838) stammt die Aussage: „Der Selbstmord bietet alle Merkmale der Geisteskrankheit“, womit Suizidalität der Psychiatrie zugeordnet und die Grundlage für ein heutiges „medizinisch−psychosoziales Paradigma“ von Suizidalität in Ablösung einer Jahrhunderte lang bestehenden religiös−philosophischen Sichtweise vorbereitet wurde. Seit Besetzung des Themas Suizidalität durch Medizin und im engeren Sinne Psychiatrie sowie das 1897 erschienene soziologische Werk von Durkheim „Der Selbstmord“ entsteht neben der Arbeit mit suizidalen Menschen die wissenschaftliche Suizidologie als ein Querschnittsfach, das heute von Religion und Philosophie bis hin zu Psychologie, Psychiatrie, Epidemiologie, Neurobiologie und Genetik reicht.

Mehr als 90% aller Suizidenten leiden zum Zeitpunkt ihrer Selbsttötung an einer psychischen Erkrankung. Depressive Störungen gehen mit einer hohen psychiatrischen Miterkrankung (Komorbidität) einher. Häufig treten auch Angststörungen, Substanzmissbrauch und Alkoholerkrankungen auf. Das größte Risiko ist die Suizidalität. Bis zu 15% der Todesfälle bei depressiven Patienten sind auf einem Suizid zurückzuführen (!). Die jährliche Suizidrate steigt bei depressiven Personen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung auf das 30fache an. Gleichzeitig ist auch die Mortalität (Sterblichkeitsrate) durch natürliche Ursachen statistisch deutlich erhöht. Weltweit findet man nahezu überall das Überwiegen der Männer beim Suizid, wobei mit zunehmendem Alter die Suizidrate steigt (etwa ab dem 40. Lebensjahr, Überwiegen der Männer; Altersdepression!). Die Suizidversuchsrate hingegen sinkt (am höchsten bei jüngeren Menschen, überwiegend jungen Frauen). Rund 75 % der Menschen, die sich das Leben genommen haben, haben im Monat zuvor einen Arzt aufgesucht.

Soweit die Fakten. Doch was sollte man tun, wenn man mit suzidalen Gedanken eines Menschen konfrontiert wird? Und oft wird ein Suizid vorher angekündigt! Erwin Ringel beschrieb 1953 das „Präsuizidale Syndrom“, nachdem er 745 gerettete Selbstmörder untersucht hatte. Bis heute gilt seine Arbeit als ein Meilenstein in der Selbstmordforschung. Unter dem Begriff „präsuizidales Syndrom“ führte er drei Symptome auf: Einengung des Denkens, Aggressionshemmung bzw. Aggressionsumkehr und Suizidfantasien.

Die Verhütung (Prävention) von Selbstmorden ist heute eine wichtige Aufgabe. Es gibt sogar ein Nationales Suizidpräventionsprogramm für Deutschland, um die Etablierung von Arbeitsgruppen, die sich in verschiedenen Bereichen (Medien, Randgruppen, Arbeit, alte Menschen usw.) mit Suizidprävention beschäftigen (weiterführende Links zur Suizidprävention). Folgende Grundsätze sind darin aufgeführt:

  • Suizidprävention ist möglich
  • Suizidalität ist ein komplexes Phänomen
  • Suizidprävention ist eine gesellschaftliche Aufgabe
  • Suizidprävention ist auf verschiedenen Ebenen nötig
  • Suizidprävention muss die Angehörigen miteinbeziehen(!)
  • Ich vertrete die Ansicht, dass Ankündigungen und Warnzeichen mit dem Hinweis auf Suizidalität sehr ernst genommen werden müssen. Um eine weitere Isolation der Betroffenen zu verhindern, ist es notwendig, mit den Betroffenen über ihre Probleme und Suizidgedanken zu reden. Entscheidend ist, dass die Betroffenen erkennen, dass sie Hilfe benötigen und diese Hilfe dann auch angenommen werden kann. Gespräche, mit Freunden, einer Telefonseelsorge, einer Selbsthilfegruppe oder auch besonders mit einem vertrauensvollen Arzt sind sehr wichtig.

    Wie man aus dem oben Ausgeführten ersehen kann, ist ein Suizid keinesfalls eine „freie“ Entscheidung eines Menschen!!! Suizidgedanken sind krankhaft und meist durch entsprechende Therapie behandelbar. Wie sagte mir mal jemand: „Auch wenn tausend Türen verschlossen scheinen, es gibt immer noch eine Tür, die man noch nicht aufgemacht hat…“

    CIAO Hans

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    Der ewige Fluss – Geburt, Altern, Krankheit, Sterben, Tod…

    Heraklit ordnet man den Ausspruch „Alles fließt“ (panta rhei) zu und auch die Aussage: „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.“ Ja das Leben ist wie ein Fluss, es beginnt mit der Quelle – der Geburt – und verläuft dann über viele Windungen bis ins Meer – dem Tod – und verliert sich im Ozean. Es geht ständig voran, ein Zurück ist nicht möglich. Ständig befindet sich der Fluss in Veränderung, jede Sekunde ist er an einem anderen Punkt. Nur zurück kann er nicht, sein Lauf geht immer weiter.

    Der zentrale philosophische Begriff bei Heraklit ist der Logos, ein einheitsstiftendes Prinzip der Gegensätze, das alles beherrscht und allem zugrunde liegt. Das Umschlagen der Gegensätze geschieht dabei wohl „gemäß Streit und Schuldigkeit“ im Spannungsverhältnis der jeweiligen Bezugspole. Tag und Nacht, erst „Krankheit macht die Gesundheit angenehm, Übel das Gute, Hunger den Überfluss, Mühe die Ruhe“, Götter werden erst im Kontrast zu Menschen denkbar.

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie mich die Schrift „Über den Widerspruch“ (Mao Zedong) als Jugendlicher begeistert hatte. Es läuft nicht alles nur nach dem Schema These -> Anti-These -> Synthese, sondern es geht auch um Ursachen (Auslöser einer Kausalkette) und die verschiedenen Prozesse hängen miteinander zusammen.

    Hermann Hesse schrieb in seinen Tagebüchern im Januar 1921: „Wie seltsam lange braucht man, um sich selbst ein klein wenig zu kennen – wie viel länger, um Ja zu sich zu sagen und in einem überegoistischen Sinne mit sich einverstanden zu sein! Wie muss man doch immer wieder an sich herum machen, mit sich kämpfen, Knoten lösen, Knoten durchhauen, neue Knoten knüpfen! Ist man damit einmal zu Ende, ist einmal die volle Einsicht, die volle Harmonie, das volle und fertige Jasagen da, ist dies Ziel einmal erreicht: dann lächelt man und stirbt, das ist der Tod, das ist die Erfüllung des Diesmaligen, der willige Eintritt ins Gestaltlose, um daraus wiedergeboren zu werden…„. Dazu ist anzumerken, dass sich Hermann Hesse sehr mit den östlichen Philosophien beschäftigt hat. Sein Buch über das Leben Bhuddas – der „Siddhartha“ – hatte mich eine Zeit mit den großen Religionsstiftern auseinandersetzen lassen. Herausgekommen ist dann eine Kindergeschichte über Buddha, Mohammed und Jesus (könnt ihr hier anschauen).

    Auch ich befinde mich auf einer Reise, die ich in diesem Video mit Fraktalen symbolisieren möchte, Bilder im ständigen Fluss…

    Jung hat die psychische Entwicklung des Menschen in 2 Hauptphasen aufgeteilt: In der ersten Lebenshälfte soll der Mensch sozialisiert, d.h. zu einem tüchtigen Mitglied der Gruppe werden. Es geht dabei um den Aufbau eines weltzugewandten ICHs, die Fähigkeit zur Persona. In der zweiten Lebenshälfte verschiebt sich die Lebensaufgabe zugunsten einer größeren Bewußtheit des Menschen von sich selber – es geht um bewusste Selbstfindung mit dem Ziel der Belebung der Ich-Selbst-Achse.

    Es gibt anthropologische Konstanten von „Gut“ und „Böse“ – die Gemeinsamkeit in der Ethik aller Völker und Religionen (kollektives Unbewusstes). Aber es gibt keine absolute Wahrheit: es muss uns bewusst werden, dass auch die Vorstellung von „Gut“ und „Böse“ immer nur eine bloß relative und immer nur eine vorläufige Gültigkeit besitzt. Man darf heutige Vorstellungen nicht verabsolutieren…
    Dabei kommt es darauf an, sich sowohl nach „Innen“ wie auch in der „Umgebung“ auszurichten, quasi ein „Sowohl-als-Auch“, sonst wird man psychisch krank oder zum Fanatiker. Es geht um die Ausreifung der eigenen Persönlichkeit. (hierzu ein Skript von Prof.Dr.Kinkel)

    Unsere eigenen Vorstellungen von der Welt, unsere Gefühle und Ansichten ändern sich ständig, wie der ständig strömende Fluss. In der ersten Klasse hält man die Schüler der zweiten Klasse für unheimlich alt. Später dann meint man dann: „Trau keinem über Dreißig…“ bis man selber in dem nicht für möglich gehaltenen Alter angelangt ist.

    Krankheiten stellen sich ein. Doch auch der Krankheitsbegriff ist im Fluss! Das kann man sehr schön an der Geschichte der Heilkunde sehen.
    Krankheit kann aus drei verschiedenen Richtungen betrachtet werden. Die verschiedenen Blickrichtungen – Sicht des Kranken, Sicht des Arztes und Sicht der Gesellschaft – lassen jeweils andere Seiten von Krankheit in den Vordergrund treten. So kann man unter dem Begriff Krankheit jeweils etwas ganz verschiedenes verstehen.
    Krankheit wird auch von den anderen wissenschaftlichen Disziplinen unter jeweils verschiedenen, für die jeweilige Wissenschaft spezifischen Gesichtspunkten und Denkstilen betrachtet.
    Schlußfolgerung: eine einheitliche Definition vom Gesundheits-/Krankheitsbegriff existiert nicht. Jede Gruppe bringt ihre unterschiedliche Interessenlage ein. Der Patient mit seinen Klagen, mit seinem Hilfeersuchen steht im Mittelpunkt. Der Arzt nimmt den Auftrag an und handelt in ihm; die öffentliche Hand muß auf ökonomische Grenzen hinweisen. Und der Patient muß die wirtschaftlichen und ärztlichen Begrenzungen anerkennen.

    Ich betreue zur Zeit eine ältere Dame in einem Pflegestift. Ich kenne sie aus unserer Selbsthilfegruppe. Ich habe erlebt, wie sie schwer erkrankte, auf Intensivstation mit dem Tode rang und schließlich im Pflegestift untergebracht wurde. Ich erlebte, wie sie aufgrund ihrer Schmerzen immer mehr an Selbständigkeit verlor. Sie kann sich kaum noch bewegen und ist auf permanente Hilfe angewiesen. Sie befindet sich im Widerspruch ihrer Bedürfnisse und der begrenzten Belastbarkeit des Pflegepersonals. Das schafft psychische Konflikte. Wie sagte anfangs Hermann Hesse – „….den Knoten durchhauen… volle Einsicht und Harmonie…“ – das ist gar nicht so einfach, wie ich täglich sehe, die Welt der Widersprüche.

    Mit dem Tod haben sich immer wieder Kulturen auseinandergesetzt. So entstand schon bereits um 2500 v. Chr. das Ägyptische Totenbuch oder auch das sogenannte Tibetische Totenbuch. In neuerer Zeit hat sich vor allem Dr.Elisabeth Kübler-Ross (8.7.1926 – 24.8.2004) mit dem Sterben auseinandergesetzt. In ihrem Buch «Interviews mit Sterbenden» formulierte sie die fünf «Stadien des Sterbens».

    Ja was bleibt schließlich von dem Fluss, der im Ozean seine Form verliert? Wird er wie Buddha sagt über den Regen wieder zur Quelle getragen, um erneut zu fließen? Sind die Berichte von Nahtoderlebnissen – das Eingehen in das Licht – wahr, oder sind es nur Halluzinationen aufgrund des Sauerstoffmangels im Gehirn?
    Eins ist sicher: wir leben in den Erinnerungen unserer Nachfahren weiter, mal mehr mal weniger. Dabei kommt darauf an, was wir in unserem Leben getan haben. Ein Michelangelo ist im Gedächtnis der Menschen länger präsent als ein einfacher normaler Bürger. Aber auch er ist in den Erinnerungen seiner Nachfahren anwesend und hat gewiss auch ihr Leben durch sein Leben beeinflusst…

    Die Samen der Vergangenheit sind die Früchte der Zukunft. (Buddha)

    „Adieu“, sagte der Fuchs.
    „Hier mein Geheimnis.
    Es ist ganz einfach:
    man sieht nur mit dem Herzen gut.
    Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exupery)

    CIAO Hans

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